Mittwoch, 28. April 2021

Pechvogel der Woche

Manche Geier haben einfach kein Glück im Leben, wie dieser arme Mönchsgeier aus Spanien, über den die Vulture Conservation Foundation heute berichtet hat.

Der junge Mönchsgeier Ichera flog 2019 aus seinem spanischen Nest aus und wurde noch im gleichen Jahr von einem Auto erwischt. Er konnte gerettet und wieder aufgepäppelt werden. 2020 wurde er dann im Rahmen des Wiederansiedlungsprojektes nach Bulgarien transportiert und nach einem halben Jahr im März 2021 ausgewildert. Den ersten Monat nach seiner Freilassung verbrachte der Vogel in Bulgarien, bevor er sich auf eine lange Reise durch Serbien und Rumänien bis hin zu Ost-Ungarn machte, wo er in der Gegend von Szabolcs-Szatmár-Bereg plötzlich von der GPS-Bildfläche verschwand. 

Die bulgarischen Geierschützer von Green Balkans alarmierten ihre ungarischen Kollegen, die sich anhand der letzten GPS-Daten auf die Suche machten. Auf diese Weise fanden sie zwar das GPS-Gerät, aber keinen Geier. Offensichtlich war das GPS-Gerät vom Geier entfernt und in ein Flussbett geworfen worden. In der näheren Umgebung wurden einige Geierfedern und Blutspuren entdeckt, woraufhin die Polizei informiert wurde. Außerdem wurden verdächtige Fußspuren gesichert sowie DNA-Spuren, die sich an dem GPS-Gerät befanden. 

 

Hoffentlich führen die gesicherten Beweisspuren zum Täter, so dass dieser bestraft und weitere Geierverluste vermieden werden können! Mönchsgeier sind eine streng geschützte Tierart und ein Exemplar zu töten wird als ernstzunehmendes Wildtier-Verbrechen und Wilderei geahndet. Es ist wirklich erschreckend, dass selbst im 21. Jahrhundert noch immer Geier durch illegalen Abschuss sterben.

Ein trauriges Ende für ein wunderschönes Tier, das in seinem viel zu kurzen Leben bereits so viel mitgemacht hat. Und ein herber Rückschlag für alle Geierschützer, die sich länderübergreifend um Ichera gekümmert und seinen Weg mitbegleitet haben.

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