Freitag, 25. Mai 2012

53 Tage altes Gänsegeierküken

Ein mieses Unwetter hat mir einen früheren Ausflug zum Gänsegeierküken im Duisburger Zoo verdorben, so dass leider wieder vier Tage seit meinem letzten Besuch vergangen sind. Und natürlich ist es weiter gewachsen, hat prächtige Federn und ähnelt seinen Eltern immer mehr!
Anfangs saß es noch im Schatten und wurde von seinem Papa abgeschirmt.
Als die tiefer stehende Sonne dann irgendwann ins Nest knallte, stellte sich Geier-Papa extra so hin, dass das Küken wieder im kühleren Schatten saß. Vorbildlich fürsorglich!
Auch ein Geier-Papa möchte einmal im Scheinwerferlicht stehen. Schöne Beleuchtung.
Als das Küken noch einmal einnickte, schaute ich kurz bei den Ausquartierten vorbei. Was für ein fetter Aasknochen, der da im Gehege lag! Kein Wunder, dass einer der Geier alles am liebsten auf einmal runtergeschlungen hätte. Aber in diesem Extra-Gehege nimmt es ihm ja keiner weg.
Vollgefressen und zufrieden mit einem fetten Aas in Schnabelreichweite ;-)
Zurück am Nest tauschten die Geier-Eltern nach einer Weile den Platz. Und obwohl das Küken bereits einen Tennisball-großen Kropf hatte, schrie es plötzlich so gierig nach Aas, als hätte es seit Ewigkeiten nix mehr in den Schnabel bekommen!
Das Gefiepe und Gekrähe wurde immer verzweifelter, so dass Mama-Geier anfing Hochwürg-Bewegungen mit ihrem langen Hals zu vollziehen.
Dem gierigen Raffschnabel ging das offenbar nicht schnell genug, so dass er tatsächlich einige Male nach seiner Mutter hackte! So frech habe ich ihn ja noch nie erlebt.
Als die Fütterung endlich losgehen konnte, schlang sich das Küken so schnell Aas und Flüssigkeit aus Mamas Schnabel rein, als hätte es Angst jemand anderes könnte schneller sein.
Papa-Geier saß einen Meter weiter entfernt gemütlich in der Sonne und versuchte das Gefiepe zu ignorieren. Naja, nachdem das Küken bisher immer so brav und zufrieden war, darf so ein kleiner Motzanfall ruhig mal vorkommen.
Irgendwann musste selbst der kleine Raffschnabel einsehen, dass in seinen Kropf einfach nichts mehr reinpasst. Vollgefressen und zufrieden kuschelte es sich zurück ins Nest und hielt von da an endlich den süßen Schnabel.
Mama-Geier schien sichtlich erschöpft, so dass sie sich zu Geier-Papa außerhalb des Nestes gesellte und sich die Sonne aufs Gefieder schienen ließ... während sich das Küken im Nest gekonnt in Szene setzte.
Alle paar Minuten drehte es sich um 90 Grad und ließ sich von allen Seiten in der herrlichen Sonne bewundern!!! Prachtküken!
Und irgendwann dann der lang ersehnte Moment: Aufstehen....
... und Flügel ausbreiten! Wahnsinn!
Riesenküken!
Familie Geier im und neben dem Nest. Größenunterschiede gibts kaum noch!
Immer noch ein seltener Anblick, wenn das Küken sich mal auf seine dünnen Beinchen stellt. Sieht auch noch sehr unbeholfen und wackelig aus, aber soooo süß!

Mittwoch, 23. Mai 2012

Wir verlieren unsere Geier!

Heute erreichte mich eine schreckliche Nachricht von VulPro aus Südafrika.
Zur Zeit führt VulPro die jährliche Zählung der Kapgeier-Brutpaar an den vier größten Kapgeier-Kolonien durch und hilft auch an kleineren Brutgebieten aus.
Die traurige Realität: Es sind nur noch 200 Brutpaar der wunderschönen Kapgeier an der Skeerpoort Kolonie übrig, 3 auf Robert's Farm und 73 in Nooitgedacht. Insgesamt also nur noch 276 Kapgeier-Brutpaare in Magaliesberg - die geringste Anzahl, seit VulPro in die Beobachtung und den Schutz dieser prächtigen Vögel involviert ist :-( Zum Vergleich: 2011 waren es noch über 300 Brutpaare!
Daher fürchtet nicht nur Kerri von VulPro: "Leute, wir verlieren unsere Geier!"

Bitte nehmt euch einen Moment Zeit, diese majestätischen Geschöpfe zu bewundern...



... Wollen wir diese prächtigen Tiere wirklich verlieren???

NEIN!!!!!

VulPro macht einen wunderbaren Job in Südafrika! Das nächste Foto ist eine Erinnerung an die Auswilderung eines jungen Kapgeiers in Nooitgedacht im Februar 2012.
Ich bin immer noch überglücklich für die große Ehre an diesem wunderbaren Moment im Leben dieses jungen Kapgeiers teilgenommen haben zu dürfen! Und ich bete dafür, dass auch weiterhin Geier ihre Kreise am Himmel ziehen werden - bis in alle Ewigkeit!!! Daher appellieren Kerri, ich und alle Geier-Freunde an die Welt: "Es gibt so viel zu tun, um diese wunderbare Spezies zu schützen!!!"

Bitte teilt diese traurigen Nachrichten mit so vielen Menschen wie möglich! Je mehr Leute auf diese Tiere und ihre Bedrohung aufmerksam gemacht werden, desto besser!!!

Montag, 21. Mai 2012

49 Tage altes Gänsegeierküken

Oje, da war ich vier Tage nicht im Duisburger Zoo und schon ist das Gänsegeierküken kaum noch wiederzuerkennen! Ein prächtiger Junggeier mit kräftigem Schnabel, tollem Gefieder und absolut knuffiger Ausstahlung!
Gähn, sooo müde...
Stretching nach dem Nickerchen.
Jetzt ist der Kropf noch leer... aber später... Aas hack!
Bei so einem riesigen Küken muss das Nest immer weiter ausgebaut werden.
Wie ein Scheinwerfer hüllt die strahlende Abendsonne das Küken in herrliches Licht... wie es einem Star gebührt ;-)
Zeit für ein Abendessen... oder war es nur ein Spätnachmittagsaas?
Unglaublich, oder? Dieser direkte Größenvergleich zwischen Mama-Geier und Küken. Kann ich überhaupt noch von "Küken" sprechen?
Jetzt sieht der Kropf schon viel genährter aus!
Stolze Schönheit!
Mama-Geier am Hals rumknabbern.
Beeindruckend, wie weit sich so ein Junggeierhals ausfahren lässt. Und dazu diese lustigen Riesenfüße... immer wieder ein Prachtküken!!!
Seht her, bald bin ich erwachsen! Die Flügel sehen jedenfalls schon enorm beeindruckend aus!