Sonntag, 19. August 2018

2 Geier-Event-Ankündigungen

In diesem Jahr bin ich leider etwas später dran mit meiner Vorankündigung, aber in Kürze werden wieder zwei ganz besondere Geier-Events stattfinden!!!
Am Sonntag, dem 26.08.2018, findet wieder der Artenschutztag im Zoo Duisburg statt.
Wie bereits in den vergangenen beiden Jahren werde ich auch dieses Jahr wieder mit einem Geier-Informationsstand vertreten sein. Unterstützt werde ich dabei wieder von Riesen-Gustav und meiner lieben Schwesti.
Meinen Geierstand und die Stände der anderen Artenschützer findet ihr rund um das Affenhaus - und bei schlechtem Wetter notfalls IM Affenhaus. Spätestens gegen 11 Uhr sollten alle Stände aufgebaut sein, so dass ihr uns bis 17 Uhr besuchen könnt. Natürlich lohnt sich bei dieser Gelegenheit auch ein Abstecher zu den beiden Geiergehegen mit den süßen Gänsegeier-Brutpaaren, denen dieses Jahr leider keine Küken vergönnt waren. Da ich es an diesem Tag leider nicht zu den Geiern schaffen werde, freue ich mich sehr über eure Infos, während ihr das ein oder andere Geierbild ausmalen könnt. Natürlich werde ich ebenfalls gerne von meinen diversen Geiereinsätzen in weltweiten Schutzprojekten und Neues aus der Geierwelt berichten!


Am 01.09.2018, dem ersten Samstag im September, wird weltweit Weltgeiertag gefeiert, auch bekannt als IVAD (International Vulture Awareness Day). An diesem Tag finden weltweit Aktionen rund um diese wunderschönen, missverstandenen Tiere statt.
Wie im vergangenen Jahr werden Riesen-Gustav und ich diesen besonderen Tag im Allwetterzoo Münster mit unserem Info-Stand im dortigen Geiermuseum feiern. Besonderes Highlight ist die Nähe zur Geiervoliere mit ihren wunderschönen Gänsegeiern und Mönchsgeiern, die sich vom Geiermuseum aus durch verschiedene Fenster bestens beobachten lassen. Dort lebt auch ein weiblicher Gänsegeiernachwuchs aus dem Zoo Duisburg, der dieses Jahr zum ersten Mal selber stolze Geiermama geworden ist.
Welche Geieraktionen sonst noch weltweit geplant sind, könnt ihr auf der Webseite zum IVAD nachlesen. Stand heute haben sich 41 Organisationen, Zoos und Privatleute aus vielen verschiedenen Ländern und Kontinenten angemeldet. Vermutlich werden bis zum Weltgeiertag noch viele weitere hinzukommen!
Ich kann es kaum erwarten mir die Berichte und Impressionen der anderen Aktionen anzuschauen!
Aber vorher freue ich mich sehr auf meine eigenen beiden Geieraktionen und hoffentlich ganz viele, nette Geierstand-Besucher!!!

Samstag, 18. August 2018

Weißrückengeier gegen Geierentzug

Zugegeben, am Geierentzug bin ich selber schuld, daher kann ich schlecht jammern. Ich möchte mich auch ganz herzlich bei meinen Lesern entschuldigen, dass es diesen Sommer eine ganz schön üble Geierflaute in meinem Blog gab. Hoffentlich lässt die allgemeine Computer-Lustlosigkeit bald nach!
Heute ging es jedenfalls wieder auf Krummschnäbelsafari zum Dierenpark Zie-ZOO im niederländischen Volkel.
Auf dem Lageplan ist in hellgrün sehr gut zu erkennen, dass sich der Zoo seit meinem ersten Besuch vor zwei Jahren von der Fläche her praktisch verdoppelt hat! Bei meinem ersten Besuch war dieser Teil nämlich noch weitestgehend Brachfläche, während nun fast alle neuen Gehege fertiggestellt sind. Auch im alten Teil ist bei jedem Besuch eine positive Veränderung zu erkennen. Zugegeben, im alten Teil sind die Volieren sehr rudimentär und brauchen dringend eine Generalüberholung. Der neue Bereich ist hingegen modern und liebevoll gestaltet. Was ich an diesem kleinen Zoo mitten auf dem Land allerdings sehr schätze: Es gibt hier viele ungewöhnliche Tiere, die sehr aktiv sind und sich schön beobachten lassen. Daher komme ich gerne her, auch wenn es mittlerweile nur noch zwei Weißrückengeier hier gibt.
Bei meiner Ankunft kam gerade die Sonne durch die aufziehenden Wolken und einer der Geier nutzte die Gelegenheit zum Sonnenbaden.
Der andere hielt sich lieber im Hintergrund.
Anscheinend hatte der erste Geier sein Sonnenbad bereits eine Weile genossen und flatterte nun lieber zu seinem Kollegen.
Im Flug lässt sich prima erkennen, warum der Weißrückengeier seinen Namen zu Recht trägt: Sein Rücken ist komplett weiß, was im Sitzen nicht zu erkennen ist.
Mich würde ja zu sehr interessieren, ob die beiden ein Pärchen oder gleichgeschlechtlich sind.
In jedem Fall zwei wunderschöne Exemplare ihre Art!
Es ist immer wieder faszinierend, wie gelenkig ein Geierhals ist.
Offensichtlich hatten sich die beiden erst vor Kurzem eine ordentliche Ration Aas gegönnt, denn ihre Kröpfe waren kugelrund. Schade, da bin ich wohl zu spät eingetroffen.
Verdauungsnickerchen.
So vollgefressen ist es kein Wunder, dass die Geier nicht sonderlich aktiv waren. Aber allein ihr Anblick lässt das Herz höherschlagen und den Geierentzug mildern!
Neben den Geiern sind die tollen Löffelhunde meine besonderen Lieblinge im Zie-ZOO. Was für prachtvolle, traumhafte Ohren!!! Wie gerne würde ich daran einmal zupfen ;-)
Ich glaube so aktive wie heute habe ich noch nie einen Baumstachler erlebt. Das Tier hat tatsächlich ein paar Meter zurückgelegt, bevor es sich - wie seine Artgenossen - wieder gemütlich hingelegt und geschlafen hatte.
Am Wegesrand...
Mähnenwölfe finde ich total klasse, aber leider gibt es sie nicht häufig in Zoos zu sehen. Hier sind im neuen Bereich zwei Exemplare eingezogen, die farblich perfekt mit dem "herbstlichen" Laub harmonierten.
Die knuffigen Capybaras haben fleißig für Nachwuchs gesorgt und sich witzigerweise ordentlich aufgereiht. Was für eine niedliche Kinderschar!
Ein weiteres Highlight ist das große Hyänengehege, wo immer Action herrscht und ich jedes Mal überrascht bin, wie gut sich diese beeindruckenden Tiere in ihrer Umgebung tarnen können. Leider waren sie diesmal sehr leise, während sie bei anderen Besuchen im halben Zoo zu hören waren.
Ich bin schon sehr gespannt, welche Gehege bei meinem nächsten Besuch fertiggestellt worden sind!

Samstag, 21. Juli 2018

Neue Geiervoliere in Overloon

Am späten Vormittag entschied ich mich bei brütender Hitze doch noch spontan zum ZooParc Overloon in den Niederlanden zu fahren. Die Geierausbeute ist dort eher mickrig, aber irgendwie mag ich den Tierpark insgesamt sehr gerne mit seinen schönen Gehegen und dem gemütlichen Rundweg. Außerdem ist der Tierpark so abgelegen und wenig bekannt, dass es auch samstagmittags kein Problem ist dort einen Parkplatz zu finden.
Nach etwa der Hälfte des Rundweges kommt das "Base Camp", ein Picknickbereich mit Fressbude. Direkt in der Nähe ist die seit meinem letzten Besuch neu eröffnete Giraffenanlage, die ich mir natürlich direkt anschauen wollte.
Umso erstaunter war ich, dass ich in dem neuen Bereich plötzlich auch vor einer großen Voliere stand.
Erst auf den zweiten Blick kapierte ich, dass das Tor ein Zugang für Besucher in die Voliere ist. Aber wer lebt dort?
Die beiden Schilder hauten mich direkt von den Socken, weil ich damit überhaupt nicht gerechnet hatte: Die Palmgeier und Kappengeier des Zoos haben eine neue Voliere bekommen und sind hierher umgezogen!!!
Obwohl ich die hübschen Krummschnäbel schon von außen sah, bin ich natürlich sofort in die Voliere geeilt, um sie aus der Nähe und ohne Gitter bewundern zu können.
Für die Besucher ist ein schöner Balkon angelegt, von dem aus die Einwohner der Voliere super zu beobachten sind.
Die beiden Palmgeier saßen auf einem Baum und hielten ihre Umgebung im Auge.
Ich finde es immer wieder faszinierend, dass diese Geierart sich weitestgehend vegetarisch von Baumfrüchten ernährt. Aber es dürfen auch mal kleine Reptilien oder Aasfetzen sein.
Einer der beiden machte zwischendurch ziemlich ruckartige Würgbewegungen. Es sah so aus als würde er sich ein Gewöll hochwürgen, obwohl das bei seiner Ernährungsweise eher unwahrscheinlich ist. Nach diversen Würgversuchen entspannte er sich wieder - ohne mir seinen Kropfinhalt zu präsentieren.
Sehr hübsche Tiere! Ich würde sie gerne mal in freier Wildbahn bewundern! Am liebsten, wenn sie sich den Kropf voll Palmfrüchte schlagen.
Ich hatte im Hinterkopf, dass es in Overloon zwei Kappengeier gab.
Leider konnte ich jetzt nur noch einen entdecken, der zunächst müde im Gras lag.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Geierarten hat dieser hier wirklich einen Winzlingsschnabel. Damit kann er nur sehr kleine Aasfetzen futtern. Außerdem hat er mit nur ca. 1,70 m die kleinste Spannweite von allen.
Nach einer Weile richtete er sich auf und schritt mit stolz geschwellter Brust durch seine neue Voliere.
An der Futterstelle angekommen musste er leider feststellen, dass kein Aas da war.
Also schnell auf einen Baumstamm geflattert und überlegt, was er Spannendes anstellen kann.
Was böte sich mehr an als eine kleine Zofferei mit seinem Mitbewohner?
Das ließ sich der deutlich größere Kronenkranich allerdings nicht gefallen und pickte Richtung Geier. Dieser nahm klugerweise lieber Reißaus.
Kleine Flugeinlage.
Auch ein Vierbeiner (links im Bild) trieb sich in der Voliere herum. Ich mag es, wenn verschiedene Tierarten vergesellschaftet werden!
Abschieds-Selfie mit Palmgeiern. Die neue Geiervoliere ist wirklich eine freudige Überraschung! Die alte Voliere war total ranzig im ältesten Teil des Zoos gewesen. hier haben es die Geier deutlich besser!!! Toll, wie viele Zoos zur Zeit Geld in neue, schönere und vor allem größere Geiervolieren stecken! Die hübschen Tiere scheinen also doch einigen Menschen am Herzen zu liegen!
Neben den Geiern ist der ZooParc Overloon eindeutig eine der besten Entdeckungen der letzten Jahre. Nicht überlaufen, angenehme Besucher, freundliches Personal, ungewöhnlich angelegte und dekorierte Gehege und dazu überall Sitzmöglichkeiten, die dazu einladen die Tiere länger und gemütlicher zu betrachten.
Aufgrund des liebevoll gestalteten Zoogeländes gibt es auch außerhalb der Volieren vieles zu entdecken. Zum Beispiel tolle Blüten oder diese Riesen-Libelle.
Ein Highlight neben der neuen Geiervoliere war diese knuffige Schar Mini-Nandus. Allein auf diesem Bild sind neun Küken, aber ich glaube es waren locker doppelt so viele. Ich habe nur ein Erwachsenenpaar gesehen, so dass der Nachwuchs diesmal mehr als erfolgreich war. Einfach niedlich, wie diese langbeinigen, fast nackten "Gummihühner" ungelenk durch die Gegend gestolpert sind, bis sie sich besser wieder hingelegt haben. Leider sind die Bilder wegen der Mischung aus greller Sonne und dunklem Schatten nicht so gut geworden.
Dieses Kerlchen hatte mich im einen Moment noch total lieb und unschuldig angeschaut...
...und mir im nächsten Moment herzhaft gääähnend seine beeindruckenden Beißer gezeigt.
Besonders mag ich das Gehege der stark gefährdeten Afrikanischen Wildhunde (painted dogs), in dem sogar ein kleines Propellerflugzeug als Deko und Spielgerät für die Tiere steht. Einen der Hunde konnte ich dabei beobachten, wie er eines seiner herrlichen Riesenohre am Flugzeugreifen schubberte.
Am Ende des Rundweges gelangt man in den Wald, den ältesten (und recht unansehnlichen) Teil des Zoos.
Hier hatte sich auch die alte, ranzige Geiervoliere befunden, von der nicht mehr viel übrig ist. Direkt hinter der Voliere war der Außenzaun des Zoos mit Blick auf eine Brachfläche. Offenbar haben viele Leute erkannt, dass Overloon richtig idyllisch zum Wohnen ist. Auf der gesamten Brachfläche befanden sich nämlich dutzende Neubauten in fortgeschrittenem oder ganz frischem Stadium, fast bis an den Zoozaun heran. Umso besser, dass die Geier eine bessere, ruhigere Voliere beziehen konnten.
Ich kann mir weitere Schleichwerbung einfach nicht verkneifen! Wer gerne in Zoos geht und kein Problem mit den etwas höheren niederländischen Eintritts- und Parkgebühren hat, der sollte unbedingt einmal den ZooParc Overloon besuchen! Kein Massengedränge, keine Hektik, keine krampfhaften Aktionen, um Besucher anzulocken. Einfach nur eine tolle Parkanlage mit schönen Gehegen und faszinierenden Tieren! Overloon liegt zwischen Venlo und Venray - lässt sich also gut mit einem kurzen Shoppingausflug verbinden. Und wie gesagt, selbst um die Mittagszeit bei herrlichstem Zoowetter waren noch zahllose Parkplätze verfügbar!