Vielleicht erinnert sich noch einer von euch an den 18. Juni 2010!? An diesem Tag schlug Serbien im zweiten Spiel der Vorrunde der Fußballweltmeisterschaft 2010 die deutsche Nationalmannschaft mit 1:0. Was das nun mit einem Geierblog zu tun hat? Ganz einfach: An diesem Tag schlüpfte in der Stuttgarter Wilhelma ein winziges Gänsegeierküken, das fortan von den Tierpflegern „Serbi“ genannt wurde ;-)

Seit Beginn der Gänsegeierhaltung im Jahre 1981 ist Serbi nun bereits das 29. in der Wilhelma geschlüpfte Gänsegeierküken und das 27., das von seinen Eltern erfolgreich aufgezogen wurde. Ein Wahnsinnserfolg!!!
Der aufmerksame Geier-Experte wundert sich jetzt vielleicht, aber es stimmt tatsächlich: Serbi kam erst Mitte Juni zur Welt, fast drei Monate später als gewöhnlich. Normalerweise legen die Gänsegeier-Mamas in Stuttgart (und in anderen deutschen Zoos) bereits Ende Januar ein einzelnes Ei, das sie ca. 53 Tage lang abwechselnd mit den Geier-Papas bebrüten. Das Geier-Baby schlüpft dann Ende März und würde vier Monate lang in der Obhut seiner Eltern bleiben. Leider scheiterte der erste Brutversuch, aber die Geiereltern ließen sich nicht entmutigen und starteten einen zweiten Anlauf. Mit Erfolg, denn Küken Serbi ist ein wunderschönes Prachtexemplar, wie man auf den süßen Fotos toll erkennen kann:


Das bei der Geburt fast 200 g schwere Gänsegeierküken ernährt sich zunächst von Fleischbrei, den seine Eltern aus ihrem Kropf hochwürgen. Je älter das Küken wird, desto größer und weniger vorverdaut werden die Fleischbrocken. Auf diese Weise gewöhnen sich die Junggeier langsam an die großen Fleischbrocken, die sie eines Tages bei einem genüsslichen Aas hack reinschlingen werden. Sobald die Junggeier im Zoo kein Futter mehr von ihren Eltern bekommen, werden sie von den Tierpflegern gut versorgt. Mit 6 Monaten sind Junggeier schließlich flügge und es wird über ihren weiteren Verbleib entschieden.
Serbi zog schließlich im Dezember 2010, im Tausch gegen ein Bartkauz-Pärchen, in den Wildpark Potzberg in Rheinland-Pfalz um. Hm, nichts gegen Käuzchen, aber ein prächtiger Gänsegeier wäre mir eindeutig lieber ;-)
Auch 2011 kann die Wilhelma stolzen Gänsegeier-Nachwuchs verzeichnen, denn im März und April schälten sich die beiden Gänsegeierküken „Buli“ und „Gari“ aus ihren Eiern.





Was für tolle Fotos, echt süß die Kleinen. Nicht zu glauben, da wohne ich in der Nähe und bin auch öfters in der Wilhelma, aber diese Infos sind mir neu *gg*, find ich klasse. Ist ja toll, daß die Kleinen ausgewildert werden, da wartet ja ein tolles Leben auf sie.
AntwortenLöschenLG Soni
Der Stuttgarter Zoo hat supernett auf meine Anfrage reagiert, ob ich die Pressebilder nutzen darf!!! So macht die Geier-Recherche Spaß ;-)
AntwortenLöschenDas Duisburger Gänsegeierküken kann ich ja leider nicht mehr länger beim Aufwachsen beobachten, aber diese Bilder hier füllen ein wenig die Lücke in der Entwicklung eines Gänsegeierkükens.