Donnerstag, 20. Februar 2020

Jos letzte Tage bei VulPro

Heute hat mir meine liebe Freundin Julie neue Fotos von meinem süßen Patengeier Jo geschickt. Der knuffige junge Weißrückengeier mit der Ring-Nr.28 an der Kralle wurde im September 2019 in meinem Beisein bei VulPro geboren und ist vor einigen Wochen endlich flügge worden. Seitdem lebt er in der großen Weißrückengeier-Brutvoliere und kann mittlerweile sogar auf der höchsten, schwingenden Sitzstange landen und die Balance halten. Spätestens in diesem Moment ist klar, dass ein Geier seine Flugfähigkeit voll entwickelt hat.
(c) Julie
(c) Julie
(c) Julie
Eigentlich sollte Jo diese Woche gemeinsam mit den anderen Nachwuchsgeier, darunter auch viele junge Kapgeier, nach Nooitgedacht umziehen und die große Auswilderungsvoliere in den Bergen beziehen. Dort können sich die Junggeier langsam an ihre wilden Artgenossen der angrenzenden Kolonie gewöhnen, von Menschen entwöhnt und sich auf ein Leben in Freiheit vorbereiten.
(c) Julie
(c) Julie
(c) Julie
Leider geht es in Südafrika rund um VulPro gerade hoch her mit Straßenblockaden, Streits und Demos. Daher wurde der große Umzug der 13 Junggeier erstmal auf kommenden Sonntag verschoben.
(c) Julie
(c) Julie
Aber egal ob heute oder morgen, ich wünsche den jungen Geiern einen stressfreien Umzug und eine gute Eingewöhnung in ihrer neuen, großen Voliere!!!
(c) Julie
(c) Julie
Vielen lieben Dank an Julie für die tollen Fotos von meinem knuffigen Schatz!

Montag, 17. Februar 2020

Update zur Geiermassenvergiftung in Südafrika

Nach den schlimmen Nachrichten zu einer weiteren Geiermassenvergiftung in Südafrika, möchte ich ein kleines Update veröffentlichen. Bei dem schrecklichen Vorfall waren nämlich nicht nur 54 Geier von vier unterschiedlichen Arten vergiftet worden (Weißrückengeier, Ohrengeier, Kapgeier, Wollkopfgeier), sondern in den Folgetagen wurden weitere 5 Weißrückengeier, vier Ohrengeier, ein Kappengeier und weitere Raubvögel in der Nähe tot aufgefunden. Laut Aussage des Managers des Moholoholo Wildlife Rehabilitation Centre ist es das erste Mal in über 60 Jahren, dass er Zeuge von fünf betroffenen Geierarten an nur einem vergifteten Tierkadaver (Esel) wurde.
Es macht das Geschehene nicht weniger tragisch, aber immerhin gibt es am Ende auch gute Nachrichten! Das Moholoholo Wildlife Rehabilitation Centre konnte nämlich 19 Weißrückengeier, 2 Ohrengeier, einen Kapgeier, einen Wollkopfgeier und weitere Vögel erfolgreich gesund pflegen und Anfang Februar wieder auswildern. Netterweise darf ich diverse Fotos der Auswilderung von Lisl Moolman hier zeigen.
(c) Lisl Moolman
(c) Lisl Moolman
(c) Lisl Moolman
(c) Lisl Moolman
(c) Lisl Moolman
(c) Lisl Moolman
(c) Lisl Moolman
(c) Lisl Moolman
(c) Lisl Moolman
(c) Lisl Moolman
(c) Lisl Moolman
(c) Lisl Moolman
(c) Lisl Moolman

Samstag, 15. Februar 2020

Wiedersehen mit Papageier und seiner Dame

Nach langer Zeit bin ich heute endlich mal wieder bei Papageier und seiner Dame im Duisburger Zoo gewesen, meinem allerliebsten Gänsegeier-Pärchen. Es war gar nicht so leicht zwischen den vielen Baustellen den richtigen Weg zu finden, aber zwischen Kamelen und Tapiren ist der Weg zu den Geiern frei. Mamageier saß auf einem Baumstamm, während Papageier wie ein Häufchen Federn auf der Wiese lag.
Obwohl der Himmel mittlerweile zugezogen war, kam sogar kurz die Sonne raus und strahlte Mamageier an.
Als sie von ihrem Baumstamm runtergehüpft kam, raffte sich Papageier auf und schnäbelte sie liebevoll von der Seite an.
Der Arme wirkt wirklich gebrechlich. Kein Wunder, mit über 50 Jahren und diversen langjährigen Verletzungen. Aber ich bin froh, dass er noch immer da ist und eine treue Partnerin hat.
Photobomb ;-)
Das Aas wurde von Perlhühnern angeknabbert. Allerdings schienen die Geier schon davon gefressen zu haben, denn ihre Kröpfe waren ganz gut gefüllt.
Nachdem sich Papageier im letzten Moment gegen eine Kopulation entschied, suchte Mamageier erstmal Nistmaterial zusammen. Dieser Ast war viel zu groß, aber zwei Meter weiter fand sie kleinere Zweige.
Kurz darauf ging sie zurück zum Nest und ordnete die Zweige neu. In früheren Jahren hatten die Geier zu dieser Zeit bereits ein Ei im Nest. Einmal wurde das Ei sogar romantischerweise am Valentinstag gelegt. Da das Nest heute leer war, glaube ich nicht, dass es dieses Jahr noch mit Nachwuchs klappt. Vermutlich ist Papageier auch einfach zu alt dafür!?
Der prachtvollste unter den Gänsegeier: Papageier!
Erneuter Annäherungsversuch...
...und diesmal legten sie los! Süße Liebesvögel!
Nach dem Vergnügen schüttelten erst Papageier...
...und dann Mamageier kräftig die Federn aus.
Schön, dass ich die beiden heute besuchen und beobachten konnte!

Geiermassenvergiftung in Griechenland

Die schlechten Nachrichten über Geiermassenvergiftungen reißen leider nicht ab. Diesmal berichtete die Vulture Conservation Foundation (VCF) über einen Vorfall auf dem griechischen Festland, bei dem insgesamt 11 Gänsegeier illegalen Giftködern zum Opfer fielen. Neun konnten nur noch tot aufgefunden werden, zwei weitere haben überlebt und werden derzeit aufgepäppelt.
Der Vorfall ereignete sich vor einigen Tagen im Klisoura Canyon im Messolonghi-Etoliko Lagoon National Park. Es ist der heftigste Vergiftungsvorfall in Griechenland seit einem Ereignis in der Strait of Nestos in 2012 und der schlimmste Vorfall in Bezug auf die in Griechenland kritisch bedrohte Gänsegeier-Population.
Die vergifteten Geier wurden vom Messolonghi Management Body und HOS/BirdLife Greece entdeckt und die zwei Überlebenden wurden sofort medizinisch von ANIMA versorgt. Zum Glück hat sich ihr Zustand bereits leicht verbessert. Die Kadaver der neun Pechvögel werden zur forensischen Untersuchung in ein Tiermedizin-Center nach Athen gebracht, wo die tödliche Giftart festgestellt werden soll.
(c) ANIMA
Nach diesem Vorfall sind alle Geierschützer in Alarmbereitschaft und sorgen sich um die restlichen Gänsegeier der griechischen Population. Bereits vor zwei Jahren gab es in der selben Gegend einen ähnlichen Vorfall mit sieben Geieropfern. In West-Griechenland gibt es nur noch zwei Gänsegeier-Kolonien in Klisoura und Akarnania - diese sind zudem die beiden größten Kolonien auf dem Festland.
Zur Zeit befindet sich auch ein Mönchsgeier mit dem Namen Riga in der Nähe. Er wurde im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes in Bulgarien ausgewildert. Seine GPS-Daten werden nun vorsorglich penibel überwacht. Hoffentlich bleibt er dem Gift fern!
Die Verwendung von Giftködern wurde in Griechenland bereits 1993 verboten. Allerdings stört dies die Übeltäter herzlich wenig und es fallen immer wieder Geier und andere Tiere dem illegalen Gift zum Opfer. Mittlerweile ist die gesamte Geier-Population des Landes kollabiert mit vollständiger Ausrottung in verschiedenen Gebieten.

Freitag, 14. Februar 2020

Vulturous Valentine's Day

Liebe Leser, Geierfreunde und Geier,
ich wünsche euch allen einen wunderschönen Valentinstag!!!

Dienstag, 4. Februar 2020

Geiermassenvergiftung in Südafrika

Als ich heute Abend einen Artikel über eine Geiermassenvergiftung in Südafrika entdeckte, dachte ich es handelt sich um den Vorfall von Ende Dezember 2019. Der Artikel hatte kein Erscheinungsdatum und ich konnte keine weiteren Online-Artikel hierzu finden. Aber ich befürchte es handelt sich um einen weiteren Vorfall.
(c) Jeff Jackson
Vor zwei Wochen erhielt das Moholoholo Wildlife Rehabilitation Centre einen Hilferuf aus einem Reservat in Northern Limpopo nahe Hoedspruit, wo neben einer toten Löwin und einem Leoparden auch 54 vergiftete Geier und ein Adler entdeckt wurden. Eine grausame Szene. Mehr als die Hälfte der Tiere waren bereits tot. Sofort eilte ein Rettungsteam zum 260 km entfernten Tatort.
Sechs Ohrengeier waren betroffen. Drei waren bereits tot und ein weiterer starb kurze Zeit später. Unter den lebenden Tieren waren noch ein Kapgeier, ein Wollkopfgeier, 19 Weißrückengeier und ein Savannenadler - alle mehr tot als lebendig und kaum in der Lage die Augen zu öffnen. Der Leopard war tot und die Löwin abgeschlachtet und ihr Fleisch weitestgehend entnommen. Außerdem liegt die Vermutung nahe, dass ihre zwei Jungtiere von den Wilderern mitgenommen wurden.
Das Rettungsteam arbeitet drei Tage und Nächte, um den stark geschwächten Tieren zu helfen. Vier Weißrückengeiern erholten sich über Nacht und konnten wieder auf ihren Beinen stehen und etwas fressen. Hoffentlich können sie bald wieder ausgewildert werden. Drei anderen Weißrückengeiern, dem Kapgeier und dem Wollkopfgeier geht es leider gar nicht gut.
In Moholoholo gibt es eine Futterstelle für wilde Geier und seit 15 Jahren können dort täglich verschiedene Geierarten beim Futtern beobachtet werden. Manchmal kommen dabei 300-400 Geier an einem einzigen Tag vorbei, der Durchschnitt liegt täglich etwa bei 25. Gestern waren laut Aussage des Rettungsteams nur noch vier Geier anwesend. Ohrengeier und Wollkopfgeier werden seit längerer Zeit gar nicht mehr gesichtet. Ein untrügliches Zeichen, dass die vielen Vergiftungen, Verfolgungen für traditionelle Medizin oder Kollisionen mit Stromleitungen ihren Tribut fordern und die Geier vom Südafrikas Himmel verschwinden.

Montag, 3. Februar 2020

Pestizide rotten Andenkondore aus

Traurige Nachrichten aus Argentinien, Heimat der Andenkondore, der mit ca. 3,50 m Spannweite und bis zu 15 kg Gewicht größten Geierart weltweit. Immer mehr Andenkondore werden vergiftet und sterben einen qualvollen Tod. Der Artikel ist so erschreckend, dass ich ihn hier zusammenfassen möchte.
Irgendwo in der Argentinischen Hochebene beginnt alles mit dem Atem des Todes: Ein Andenkondor gleitet auf der Suche nach Futter durch die Lüfte, wird fündig und entdeckt den verwesenden Kadaver eines Schafes oder einer Ziege im Gras. Während des Landeanfluges werden weitere Andenkondore auf ihren Artgenossen aufmerksam und schließen sich ihm an. Schnell sind gut ein Dutzend Kondore am Aas versammelt und machen sich freudig über ihr Mittagessen her. Sie wissen noch nicht, dass auch sie bald im Todeskampf neben dem Kadaver liegen werden. Es beginnt mit Desorientiertheit. Dann fangen sie an zu stolpern, kippen zur Seite oder torkeln rückwärts. Manche versuchen davonzufliegen, flattern unkoordiniert mit ihren riesigen Flügeln, schaffen es jedoch nicht abzuheben. Schon bald ist die Wiese übersäht von toten Andenkondoren.
Eine solche schreckliche Szene hat sich in den vergangenen Jahren schon viele Male in Argentinien abgespielt. Anfang 2018 starben bei einem solchen Vorfall 34 Andenkondore auf einen Schlag - die Nachricht ging damals um die Welt. Ein riesiger Rückschlag für eine stark bedrohte Spezies, von der nur noch ca. 6.700 erwachsene Individuen existieren, etwa 2.500 davon in Argentinien.
Aber was genau killt diese majestätischen Tiere? Tragischerweise werden sie gezielt verfolgt und durch den Einsatz mit Pestiziden kontaminierter Kadaver vergiftet. Noch immer fürchten viele Einheimische die imposanten Riesengeier, obwohl sich diese nur von toten Tieren ernähren und somit keine Gefahr für Nutztiere darstellen. Dennoch werden Kadaver ausgelegt, die mit illegalen Pestiziden kontaminiert wurden. Pestizide sind für Andenkondore absolut tödlich. Sobald sie von den Kadavern fressen, ist es vorbei. Nicht selten werden auch vergiftete Kadaver gegen Raubtiere wie Pumas, Luchse Füchse und Adler ausgelegt und Andenkondore als Kollateralschäden billigend in Kauf genommen.
Eine neu veröffentlichte Studie belegt, dass diese Giftköder schnell dazu führen können die gesamte Andenkondor-Population auszurotten. Die Forscher untersuchten insgesamt 301 Andenkondore, die von einer Andenkondor-Auffangstation in Argentinien zwischen 2001 und 2018 behandelt oder nur noch tot eingesammelt wurden. Es stellte sich heraus, dass durch 21 Vergiftungsvorfällen in Argentinien insgesamt 99 Andenkondore starben - davon allein 77 in den Jahren 2017 und 2018. Des Weiteren gab es 29 weitere Vorfälle, bei denen sehr wahrscheinlich Gift im Spiel war, da die geschwächten Kondore typische Vergiftungssymptome zeigten und kurze Zeit später verstarben. Die Vergiftungen, die quer übers Land vorkommen, steigen seit Anfang 2017 stetig und sind nun Todesursache für gut 79 % aller verendeten Kondore.
Die Ergebnisse der Studie sind umso erschreckender, da die bedrohten Andenkondore noch weiteren Bedrohungen ausgesetzt sind wie illegale Verfolgung und Abschuss, Bleivergiftung und Kollisionen mit Stromleitungen. Außerdem pflanzen sich Andenkondore nur sehr, sehr langsam fort. Sie werden erst im Alter von 9-10 Jahren geschlechtsreif und ziehen nur alle zwei Jahre ein einziges Jungtier groß. Derzeit sterben also mehr Kondore, als Küken flügge werden.
Pestizide können ebenfalls gefährlich für Menschen sein. Außerdem werden Menschen stark beeinflusst, wenn Andenkondore erst einmal verschwunden sind und keiner mehr den Aufräumjob von Tierkadavern übernimmt. Ein Grund mehr, dass jeder von uns sich für den Erhalt und Schutz dieser wunderschönen Tierart einsetzt!
Andenkondore spielen in Südamerika in vielen Kulturkreisen eine große Rolle. Sie werden als heilige Vögel verehrt, die eine Verbindung zwischen unserer Welt und dem Kosmos darstellen. Daher sind sie auch Wappentier diverser Nationen entlang der Anden. Ihr Verschwinden wäre ein großer Verlust für die Kultur des südamerikanischen Kontinents.
Die Kondorforscher haben drei Schritte ausgearbeitet, um Andenkondore zu schützen:
Erstens müssen Farmer über das Fressverhalten und den Nutzen von Andenkondoren aufgeklärt werden. Nur wenn sie verstehen, dass Andenkondore keine ihrer wertvollen Nutztiere töten und durch ihre Aufräumarbeit sogar lebende Nutztiere schützen, werden sie beginnen sich für Kondore zu interessieren.
Zweitens müssen Nutztiere besser geschützt werden. Es muss ein Weg gefunden werden, Raubtiere von Nutztieren fernzuhalten, ohne massiv in die Natur einzugreifen. In Patagonien gab es zum Beispiel bereits erfolgreiche Einsätze von Hütehunden.
Drittens muss es verschärftere Gesetze geben. Pestizide sind zwar seit vielen Jahren in Argentinien verboten, aber sie sind noch immer leicht erhältlich und weit verbreitet. Der Verkauf aller schädlichen Substanzen muss stark reglementiert und besser kontrolliert werden.
Seit 2017 wurde bereits 1 % aller Andenkondore ausgerottet. Die Zeit zu Handeln ist JETZT!!!