Samstag, 19. Juni 2021

Bergsteigen für die Bartgeier - Abschied von Wally & Bavaria

Jeder tolle Urlaub hat leider ein Ende und so schleppte ich mich heute zum letzten Mal im Klausbachtal im Nationalpark Berchtesgaden den Berg hinauf zum Bartgeier-Infostand. Die heißen Temperaturen machten den Aufstieg nicht leichter, aber immerhin wusste ich, dass ich es bereits viermal geschafft habe. Da wird es wohl auch noch ein weiteres Mal klappen.

Gemeinsam mit zwei Praktikantinnen vom LBV informierten wir die vorbeikommenden Wanderer wieder über die beiden ausgewilderten Bartgeier Wally und Bavaria. Die meisten hatten bereits von der Auswilderung gehört und sich sogar die beiden Geier per Webcam angeschaut. Sie aber hier vor Ort live zu sehen, war allerdings viel, viel besser.

Mittlerweile sind die beiden großen Kleinen 97 und 100 Tage alt. Nicht mehr lang, vielleicht 2-3 Wochen, und sie werden ihre ersten zögerlichen Ausflüge machen.
Um mich neben den beiden Geiern auch von Toni zu verabschieden, ging ich nach einigen Stunden runter zum Beobachtungszelt, wo Toni heute Schicht hatte. Anfangs lag das Zelt noch etwas im Schatten und hin und wieder wehte ein leichtes Lüftchen vorbei. An so einem Arbeitsplatz ist es kein Wunder, dass sich freiwillige Überstunden ansammeln.
Leider kriege ich es einfach nicht hin die beiden Geier vernünftig durchs Fernglas abzulichten. Auf den folgenden Bildern sind sie nur zu erahnen. Die beiden haben aber heute gefressen und gefressen, bis sie sich so vollgefressen hatten, dass sie sich in der Nachmittagshitze gemütlich schlafen legten.
Leider war es irgendwann an der Zeit Abschied von den beiden Geiermädchen und den netten Geierfreunden zu nehmen. Nicht nur mir fiel der Abschied sehr schwer, sondern auch Barty. Ich wünsche Toni und allen anderen Projektbeteiligten noch einen weiterhin so guten Projektverlauf und den beiden Bartgeiermädchen alles, alles Gute fürs Flüggewerden!!!
Zum Glück werde ich die beiden Geier auch weiterhin per Webcam beobachten und ihre Entwicklung verfolgen können. Später, wenn sie erstmal ausfliegen, werden zudem ihre GPS-Daten (mit etwas Zeitversatz) veröffentlicht werden, so dass ich sie nicht aus den Augen verlieren kann. Das "Bergsteigen für die Bartgeier" wird mir aber sicherlich sehr fehlen!!!
Als ich mit meinem Bartgeier-Shirt noch in einem Gasthof ein Abendessen verschlang, sprach mich die netten Wirtin tatsächlich mit Stolz in der Stimme an: "Ist das einer UNSERER Bartgeier auf Ihrem T-Shirt?" Diese Begeisterung der Berchtesgadener zu erleben, hat mich die letzten zwei Wochen täglich aufs Neue gerührt. Somit war dieses letzte kurze Geiergeplaudere ein toller Abschluss eines wunderschönen Geierurlaubes!

Freitag, 18. Juni 2021

Ein Tag im Zauberwald

Bei schwüler Hitze entschied ich mich heute dafür den Tag im Zauberwald am Hintersee zu verbringen. Hier war ich ja bereits am ersten Tag meiner Reise total begeistert, obwohl es viel genieselt hatte. Daher war heute die perfekte Gelegenheit den Zauberwald bei Sonnenschein zu erkunden und es sich mit einem Buch an dem erfrischenden Wildfluss gemütlich zu machen. Der Fluss ist nämlich so eiskalt, dass er auch die nähere Umgebung deutlich runterkühlt und erfrischt.

Einfach wunderschön hier! Morgens waren noch nicht so viele Leute unterwegs, so dass ich mir in Ruhe eine schöne Bank aussuchen konnte.
Fürs Erste reichte diese Aussicht. ;-) Aber weil jede Ecke ihren anderen Reiz hat, wechselte ich buchkapitelweise die Sitzplätze durch.
Bei Sonnenschein kamen die vielen tollen Blumen entlang des Weges und des Flusses noch besser zur Geltung.
So eine Schlucht hätte ich gerne in meiner Wohnnähe.
Auch Bartgeier Barty ließ sich zur Abkühlung die erfrischende Gischt durchs Gefieder wehen.
Nach ein paar schönen Stunden im Zauberwald ging es weiter um den Hintersee. Bei 30 Grad und herrlichem Blick auf die Berge. Bei meinem ersten Besuch hier waren diese durch den Niesel und die dicken Wolken nicht zu sehen.
An dieser Stelle des Hintersees wollte ich mir etwas die Füße erfrischen und ließ ins Wasser. Zwar wusste ich, dass der Hintersee hinternkalt ist, aber ich dachte im ganz flachen Bereich hätte sich das Wasser vielleicht erwärmt. Weit gefehlt! So schön eine Erfrischung auch gewesen wäre, selbst im nur knöcheltiefen Wasser hielt ich es nur wenige Sekunden aus!
Mit Blick auf den See gab es mittags ein saftiges Stück Erdbeertorte und einen großen Napf Schorle. So lässt es sich aushalten! Und gut gestärkt weiterwandern.
Nach einer Runde um den See, ging ich zurück an den Wildfluss, um noch ein wenig weiter zu lesen. Danach ein Eisbecher in Ramsau und der entspannte Tag ließ sich trotz Temperaturen jenseits der 3 Grad super aushalten!
Die Straßenblockade auf dem Heimweg erinnerte mich leider daran, dass morgen schon der letzte Tag bei den Bartgeiern ist.
 
Eigentlich wollte ich am Tag vor der langen Heimfahrt nicht nochmal den Berg hochklettern, um die Beine zu schonen. Aber das ist doch Quatsch. Nach zwei Wochen Kraxelei macht das bisschen Knieschmerzen auch nichts mehr aus. Also geht es morgen nochmal hoch zur Halsalm im Nationalpark Berchtesgaden, um mich von den süßen Bartgeiern zu verabschieden.