Donnerstag, 27. Juni 2013

Geierversammlung

Hier ein paar Bilder der letzten Tage aus dem Geierrestaurant von VulPro, aufgenommen durch den kleinen Spalt in der Mauer, unsere einzige Beobachtungschance, solange das Häuschen noch nicht fertig ist.
Viele wunderschöne, wilde Kapgeier...

Montag, 24. Juni 2013

Flügelbruch

Gestern Abend fuhren Kerri und Walter erneut die ganze Strecke bis nach Thabazimbi, um einen verletzten Kapgeier einzusammeln und nach VulPro zu bringen. Flügelbruch!
Um den Schaden genauer zu untersuchen und den Flügel zu amputieren, fuhren wir mit dem armen Patienten zu einem Tierarzt nach Brits.
Das tapfere Kerlchen ließ die ganze Untersuchung ruhig über sich ergehen. Er muss wohl gespürt haben, dass jeder ihm helfen wollte. Außerdem war er der Star in der Tierpraxis. Schon beim kurzen Gang durchs Wartezimmer konnte ein Herr mit schmächtigem Papagei auf der Schulter nur neidvoll die Nase rümpfen, als er unser riesiges Prachtvieh gesehen hat. Die Angestellten der Tierpraxis kamen allerdings alle sofort mit ihren Kameras herbei, um diesen seltenen Patienten abzulichten.
Der Flügel bleibt erstmal dran, aber der Geier hat unzählige Spritzen bekommen. Außerdem eine Flügelbandage, um den Flügel zu stützen. Es bleibt aber zu bezweifeln, ob der Bruch gut verheilt. Vermutlich muss der Flügel bald doch abgenommen werden.
Was für ein tapferer Kerl! Hat nicht einmal gezuckt!!! Hoffentlich geht es ihm bald besser!

Samstag, 22. Juni 2013

Wie ein Bienenschwarm

Heute früh hatten wir eine große Besuchergruppe (65 Kinder und Eltern) bei VulPro. Zunächst gab es eine Kind-gerechte Geierpräsentation, die ich bisher selber noch nicht gesehen hatte und die Kinder arbeiteten überraschend fleißig mit und versuchten alle Fragen zu Geiern selber zu beantworten. Anschließend gab es noch eine Führung zu den Volieren. Das Kamerateam, das vier Tage lang das Geschehen bei VulPro filmen wollte, war natürlich die ganze Zeit dabei. Als gegen 11 Uhr der letzte Gast abgereist war, machten wir uns auf den Weg nach Thabazimbi, um dem Kameratema die Kapgeier-Kolonie Kransberg im Marakele National Park zu zeigen. Netterweise durfte ich wieder mit. Ich liebe diesen Ort!!!
Da wir erst am frühen Nachmittag dort ankamen, waren diesmal überraschend viele Tiere unterwegs. Wir fuhren zügig zur Kolonie durch, um vor Sonnenuntergang noch ein paar Stündchen dort verbringen zu können, daher blieb keine Zeit die anderen Tiere zu fotografieren. Ich konnte aber Zebras entdecken, viele Gnus, Kudus, verschiedene Springbockarten, Warzenschweine, zwei weibliche Strauße und ein Männchen, das so groß wie eine Giraffe war!!! So ein Riesenvieh habe ich ja noch nie gesehen! Das schwarzweiße Federbüschel mit endlos langen Beinen hat doch tatsächlich von oben auf einen Baum herabgeblickt! Wahnsinn!
Im Nationalpark angekommen fährt man nochmal gut 45 Minuten bis hoch auf die Bergkette und weitere 30 Minuten Wanderung zu Fuß bis zur Kolonie. Entgegen der optimalen Wettervorhersagen wehte der Wind von der schlechtesten Richtung, so dass leider kaum Geier in der Luft waren. Jedenfalls nicht an unserem tollen Beobachtungsplatz. Dennoch war es mal wieder wunderschön dort, vor allem im milden Licht des Nachmittages.
In der Ferne konnten wir 20 Geier kreisen sehen und hin und wieder schwebte einer auf uns zu, um in seinem Nest an der Felswand unter uns zu landen.
Das Kamerateam war sichtlich beeindruckt von der schönen Landschaft - auch wenn es natürlich extrem schade war, dass wir ihnen nicht die Geiermassen zeigen konnten, die sonst über uns, unter uns und auf Augenhöhe um uns herum schweben.
Als die Sonne langsam immer weiter Richtung Horizont rückte, konnten wir in der Ferne plötzlich eine riesige schwarze Wolke entdecken, wie ein großer Bienenschwarm. Hunderte Geier!!!
Vergnügt kreisten sie in der Thermik und bildeten immer schönere Formationen.
Schwer zu erkennen, aber jeder schwarzer Punkt in der Luft ist ein Geier!
Kerri...
Kurz vor Sonnenuntergang machten wir uns auf den Weg zurück zum Auto, um noch im Hellen dort anzukommen. Während wir dann langsam die Bergkette hinunter fuhren, färbte sich der Himmel in die wunderschönsten Rottöne und die Sonne versank hinter den Bergen. Auch wenn wir diesmal deutlich weniger Geier aus der Nähe beobachten konnten, dieser Ausflug war mal wieder wunderschön!!!

Freitag, 21. Juni 2013

Es hat nicht sollen sein :-(

Leider wieder eine traurige Nachricht aus dem Geierparadies VulPro. Vorgestern ist mein kleines Schätzchen, unser erstes Kapgeier-Küken der Saison, leider im Alter von nur drei Tagen in meinen Händen gestorben. Schon die Geburt zeigte sich schwierig, da es innerhalb von 48 Stunden nach dem ersten Gefiepe noch immer nicht die Eierschale geöffnet hatte. Daher haben wir das Ei wieder in den Inkubator geholt, die Eierschale geöffnet und nach und nach komplett entfernt. Das Küken war sehr schwach und blieb daher nach der von uns herbeigeführten Geburt im Haus. Wenige Stunden später zeigte sich bereits eine Deformation des Kopfes: Kopf und Hals waren unnatürlich geschwollen. Diese Schwellung nahm leider nicht ab und wir kämpften Tag und Nacht um sein Überleben.
 
 Immer wieder steckten wir das Küken unters Shirt, damit es die menschliche Wärme spüren kann. Nur auf diese Weise wirkte es halbwegs komfortabel und hörte auf jämmerlich zu fiepen. Traumhaft, dieses winzige Geschöpf zu spüren. Da war es sogar hinreißend niedlich, wie es mir mit seinem winzigen Schnäbelchen auf dem Finger herumgekaut hat oder mir auf den Bauch gesch... hat. Leider hat alles Kämpfen nichts genützt. JHeute, am dritten Tag, ging es dem Küken so schlecht, dass wir uns mit der „Totenwache“ abwechselten. Es war uns allen klar, dass es sterben würde, aber es sollte es wenigstens noch so gut wie möglich haben. Gegen 11 Uhr hat es kaum noch geatmet und nur das linke Flügelchen hat noch leicht gezuckt.
 
Ich habe es vorsichtig zum Wärmen auf die Hand genommen, aber nur wenige Minuten später ist es dann in meinen Händen erschöpft entschlafen :-( Einfach nur traurig, wo es doch so tapfer durchgehalten hatte :-( Wir vermuten einen Gendefekt und vermutlich hätte es in freier Natur nichteinmal die Geburt überstanden. Trotzdem schlimm mit anzusehen, wie mein erstes Küken, bei dessen Geburt ich live dabei war, langsam stirbt und wir ihm einfach nicht helfen können :-(
Küken Nr. 2 hat sich derweil im Ei lautstark bemerkbar gemacht und wurde daher zu einem Geierpärchen ins Nest gelegt. Hoffentlich hat dieses Küken mehr Glück!

Dienstag, 18. Juni 2013

Auf der Mauer, auf der Lauer, sitzt ein kleines Aas

Was macht man, wenn mal über 20 Kapgeier und Weißrückengeier in einer Voliere von VulPro mit Nistmaterial zum Spielen versorgt und sie alle plötzlich begeistert auf einen zugestürmt kommen???
Den Moment genießen und in die Kamera lächeln! Und genau in dem Moment vorsichtig den Rückzug antreten, wo die Geier statt nach den Zweigen nach Schnürsenkeln hacken.
Die Ohrengeier hingegen waren eher zurückhaltend.
Sie haben sich lieber möglichst viele Zweige auf einmal in den Schnabel gestopft...
...und sorgfältig auf ihrem Aas drapiert!
So aktiv habe ich die Andenkondor-Dame bisher nur selten gesehen!
Sie hat lieb in die Kamera geschaut...
...und ein paarmal kräftig mit den Flügeln geflattert.
Ankunft der wilden Kapgeier, wie immer ein herrlicher Anblick!
Da unser Beobachtungshäuschen leider noch immer nicht fertig ist und die Geier sofort Reißaus nehmen, sobald jemand ins Häuschen (ohne Fensterscheiben) geht, kann man das Geierrestaurant höchstens durch zahlreiche Volieren hindurch oder durch einen kleinen Spalt in einer Mauer beobachten. Ist man an der Mauer auf der Lauer, dann muss man sich ziemlich verrenken und die breiteste Stelle im Spalt suchen, um halbwegs etwas fotografieren zu können. Aber besser als sich das genüssliche Aas hack ganz entgehen zu lassen!