Sonntag, 19. Oktober 2014

Ende der Bettruhe

Was gibt es Schöneres, als nach einer langweiligen Woche Bettruhe bei einem sonnigen Herbstspaziergang zu den Gänsegeiern im Duisburger Zoo wieder frische Luft zu atmen?
Schon von Weitem konnte ich Papageier und Mamageier in der Nähe ihres Lieblingsbrutplatzes beisammen sehen.
 
Zunächst drängte sich allerdings die Marabu-Kolonie in den Fokus, die gemütlich in der Sonne standen. Ich mag besonders den Schatten-Marabu auf diesem Bild :-)
Zeit für ein Mittagsschläfchen in der Sonne! Da möchte man doch am liebsten auch seinen Schnabel von sich strecken...
Nach einem Spaziergang ans andere Ende der Voliere konnte ich Mamageier und Papageier beobachten, wie sie sich gegenseitig umgarnten, als würden sie die neue Brutsaison einleiten wollen. Dafür stand aber vermutlich ein Fotograf mit Teleobjektiv viel zu nah, so dass sie keine Privatsphäre hatte. Insgesamt genieße ich es aber jedesmal sehr, dass der Zoo noch so voll sein kann, aber rund um die Geiervoliere hat man schön seine Ruhe!
Papageier schien ein wenig müde und kuschelte sich schon bald ins Gras. Leider mache ich mir bei diesem Anblick immer sofort Sorgen wegen seines Alters und seiner Gebrechlichkeit.
Nach einem gemütlichen Bummel mit meiner Mutter zu Koalabären, Albino-Känguruhs & Co besuchten wir die beiden Ausquartierten, die sich meistens so gut in ihrem abgelegenen Gehege verstecken, dass die meisten Besucher sie gar nicht beachten. Die beiden schienen sehr von meiner Kamera angetan zu sein, denn als ich sie hochhielt, reckten beide neugierig ihre Schnäbel. Zu schade, dass ich diesen Moment nicht festhalten konnte.
Rein zufällig kamen wir direkt ein noch ein zweites Mal am großen Geier- und Marabu-Gehege vorbei. Papageier saß mittlerweile auf einem Baumstamm und reckte seine Flügel.
Auch heute war wieder deutlich zu sehen, dass seine zottelige Haarfrisur wie schon beim letzten Besuch gar nicht mehr so zottelig ist. Wüsste zu gerne, wie er die Haare nach so vielen Jahren plötzlich glatt bekommen hat. Aber sein markanter Schnabel und der stolze Blick sind nach wie vor unverkennbar!
Mamageier rannte am anderen Ende des Geheges zwischen der Marabu-Kolonie herum. Zunächst schien es als wolle sie die Marabus ärgern, da sie ein, zweimal auf einen der Marabus zusprang und dieser zusammenzuckte oder sogar ein paar Schritte zur Seite stakste.
Doch bald zeigte sich, dass sie auf der Flucht vor einem wilden Reiher war! Ausgerechnet vor so einem dürren, frechen Vieh, das in der Voliere nix so suchen hat und den anderen Tieren nur das Futter klauen will. Wie auf dem nächsten Bild (rechts) zu erkennen, reckte er seinen Schnabel fast schon arrogant in die Höhe und stolzierte immer wieder in andächtigem Bogen auf Mamageier zu. Diese nahm jedesmal Reißaus und versteckte sich zwischen den Marabus.
So ein merkwürdiges Verhalten seitens eines Reihers konnte ich hier bisher noch nie beobachten. Ein Grund mehr, warum ich dieses Gehege schon als kleines Kind so sehr mochte: Hier ist immer etwas los und es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken!
Papageier schaute sich das Spektakel aus der Ferne an.
Kurze Verschnaufpause für Mamageier, bevor der freche Reiher schon wieder angelatscht kam. Der war ja sogar nerviger als die Perlhuhnrotte, die heute überraschend friedlich war.
Leider kann ich die vielen Marabus noch immer nicht auseinander halten, so dass ich mir wieder nicht sicher war, welcher Marabu denn die hübsche Ludmilla ist. Sie hat ja angeblich die tollste Haarfrisur von allen, so dass mein Tipp heute auf diesen Marabu fällt.
Papageier bei der Gefiederpflege.
Immer wieder beeindruckend, wie gelenkig so ein langer Gänsegeierhals ist. Und ein saftiges Aas hack scheint sich der Gute auch gegönnt so haben, bei dem kugeligen Kropf!
Marabu beim Stretching.
Papageier in seiner vollkommenen Eleganz!
Ludmilla im Profil?
Was für ein schöner, spontaner Herbstspaziergang! Danke, Mutti!!!

Samstag, 4. Oktober 2014

Herbstspaziergang zu den Geiern

Was tun an einem spätsommerlichen Herbsttag bei strahlender Sonne und milden Temperaturen? Ab in den Duisburger Zoo!
So ein schönes Licht hatte ich schon lange nicht mehr am Gänsegeiergehege. Aus Mama-Geier ließ sich die herrlichen Sonnenstrahlen ins Gefieder scheinen.
Sieht sie nicht wunderhübsch aus?
Sonnenbaden.
Papa-Geier hielt sich zunächst im Hintergrund und gönnte seiner Dame die wohlverdiente Aufmerksamkeit.
Majestätisch richtete sie sich auf und ließ sich von allen Seiten bewundern.
Elegante Halshaltung.
Dann kam Papa-Geier an die Reihe und flatterte auf einen Baumstamm.
Sein jämmerliches Gehumpel versuchte er dabei gekonnt zu überspielen.
Geierliche Perfektion!
Den Schnabel immer der Sonne entgegen...
Bei soviel geierlicher Eleganz rückten die Marabus diesmal deutlich in den Hintergrund
Im Nachbargehege lag bzw. saß das ausquartierte Gänsegeierpaar in der Sonne und bewegte sich nicht mehr als nötig.
Bei dem schönen Wetter und mit meinem nettem Besuch wurden diesmal allerdings auch die anderen Tiere des Duisburger Zoos besucht und beachtet ;o)

Freitag, 3. Oktober 2014

Wuppertaler Geier

Manchmal kommt es anders, als man denkt. Eigentlich wollte ich heute Vormittag kurz zum Dortmunder Zoo fahren, um die Geier dort zu besuchen. Vor Ort erwartete mich allerdings ein riesiges Chaos: Im Stadion vom BVB muss wohl am Tag der Deutschen Einheit eine Veranstaltung gewesen sein, so dass hunderte junge BVB-Fans in Fanausrüstung durch die Straßen pilgerten. Zudem schlängelte sich zeitgleich ein Volkslauf über den Parkplatz des Zoos, also keine Chance auf eine Parklücke und noch weniger Chance aus diesem Chaos wieder rauszukommen. Schade. Aber praktischerweise gibt es ja noch einige andere Zoos in der Umgebung. Daher die spontane Idee auf den Wuppertaler Zoo auszuweichen. Dort bin ich schließlich auch über zwei Jahre nicht mehr gewesen.
Da die Zeit ein wenig knapp war, ging es natürlich sofort zu den Mönchsgeiern, die halbwegs in Eingangsnähe residieren.
Die Brutsaison ist noch nicht eröffnet und das provisorische Metallnest noch völlig kahl. Ein Mönchsgeier lag in der Mittagssonne, während sich der andere einige Schnäbel voll Mittagsaas gönnte.
Hübsche Vögel!
Es später saß das Mönchsgeierpärchen Flügel an Flügel nebeneinander.
Es weiter entfernt auf halber Höhe des Zoohügels befinden sich die Volieren der Bartgeier und Andenkondore.
Leider konnte ich diesmal nur einen Bartgeier in der Bartgeiervoliere entdecken. Ich möchte nicht ausschließen, dass sich einer im Innenraum versteckte, den man schlecht einsehen kann. Aber komisch ist es schon. Hoffentlich geht es dem zweiten Bartgeier gut!?
Nebenan in der Andenkondor-Voliere saß die hübsche Andenkondor-Dame auf einem Sitzzweig in der ersten Reihe.
Ihren Gatten musste ich eine Weile suchen, aber dann machte er sich in der hintersten Ecke der Voliere auf dem Boden bemerkbar. Es sah so aus als würde er sich in einem Laubhaufen ein Nest bauen, weil er immer wieder mit der Brust eine Mulde formte. Sehr interessant; allerdings schwer zu beobachten.
Da der Wuppertaler Zoo auch prachtvolle Schuhschnäbel beherrbergt, durfte ein Besuch bei diesen Special Guests meines Blogs nicht fehlen. Es gibt zwei Stück, die voneinander getrennt leben, sich aber durchs Gestrüpp anschauen können. Während der eine gemütlich in der Sonne stand...
...bevorzugte der andere ein Mittagspäuschen im Laub. Mich würde ja interessieren, ob es zwei Männchen sind oder warum sie getrennt leben. Scheinen sich aber gegenseitig gerne zu beobachten.
Leider sind die Geiervolieren in Wuppertal in einem sehr dunklen Gang und schlecht einzusehen, daher ists nicht leicht schöne Fotos zu machen. Aber offenbar fühlen sich die Geier wohl, sonst hätten sie nicht in der Vergangenheit Küken bekommen und Auswilderungsprogramme unterstützen können.