Samstag, 21. Mai 2016

Noah 2015: Siegerehrung

Vergangenes Jahr im Oktober hat der Zoo Duisburg den Artenschützer des Jahres in einem Voting gekührt, "Noah 2015" genannt. Um den Geiern etwas positive Presse zu verleihen, hatte ich mich beworben und tatsächlich mit deutlichem Vorsprung vor einer Familie mit Eulenschutz und einem Herrn mit Hornissenschutz gewonnen. Heute fand nun die Siegerehrung im Duisburger Zoo statt. Aus Rücksicht auf die süßen 52 und 40 Tage jungen Gänsegeierküken konnte die Preisverleihung leider nicht in Gehege-Nähe stattfinden. Daher trafen sich die Teilnehmer, Freunde und Verwandte um 10:45 Uhr am Zooeingang.
Kurz darauf ging es gemeinsam zum Fototermin am Wisentgehege. Die örtliche Presse war vorab informiert worden,...
...aber ich konnte zusätzlich meine Schwester und zwei Fotografenfreunde aus dem Zoo bitten ein paar Bilder zu machen. An dieser Stellen meinen herzlichsten Dank an euch drei für die tollen Fotos für diesen Artikel!!!
Um 11 Uhr begann die Preisverleihung mit einer netten Rede über den Artenschutz und die drei Projekte der Finalisten durch Zoodirektor Achim Winkler.
Von links nach rechts die drei Finalisten mit Hornissenschutz, Geierschutz, Eulenschutz.
Wir bekamen unsere Urkunden vom Zoodirektor persönlich überreicht...
...und als Erstplatzierte bekam ich noch einen süßen Stoffadler aus dem Zooshop geschenkt. Stoffgeier gibt es dort leider noch nicht, aber ich glaube mit einer kleinen Halskrause kann ich ihn sehr schnell meiner Stoffgeier-Kolonie zuhause anpassen ;-)
Das Siegerfoto nahe des Brillenbär-Geheges und Infostandes für den Zoo-Förderverein.
Bin schon sehr gespannt, ob es unsere Siegerehrung in die regionale Presse schafft. Ich werde Montagmorgen direkt ein paar Zeitungsläden durchstöbern.
Zeit für eine kleine Geier-Fachsimpelei, vor allem über den doppelten, süßen Gänsegeiernachwuchs im Duisburger Zoo, gab es natürlich auch.
Meine Eltern waren mit dabei...
...und meine Schwester mit ihrer Familie.
Als Überraschung seitens des Zoos durften wir anschließend die beiden gut 100jährigen Riesenschildkröten in ihrem Gehege besuchen und ihre Panzer mit Babyöl einschmieren. Im Sommer, wenn es warm ist, sind die Panzer besonders trocken, so dass sie einmal im Monat eine Sonderbehandlung bekommen. Sahen die Panzer anfangs noch stumpf und trocken aus, glänzten sie nach unserer Pflegeeinheit später um die Wette.
Für die Panzerpflege mussten die beiden Riesenschildkröten ihr Mittagessen aus lecker Salatköpfen und Karotten unterbrechen, aber sie schienen die Sonderbehandlung und Aufmerksamkeit zu genießen.
Auf Galapagos während meines Geierjahres durfte ich Riesenschildkröten natürlich nicht anpassen, aber hier durften wir ihnen nach Belieben den faltigen, aber irgendwie doch weichen Hals streicheln. Das genossen die Schildkröten so sehr, dass sie sofort stehen blieben und den Hals weiter ausfuhren. Sie wurden auch eifersüchtig, sobald die andere Schildkröte mehr Aufmerksamkeit erhielt.
Aber kein Problem, es gab genug Beachtung für beide!
Ich möchte mich ganz herzlich beim Duisburger Zoo für die tolle Zeit und netten Gespräche bedanken und wünsche den anderen beiden Teilnehmern weiterhin viel Erfolg bei ihren Artenschutzprojekten! Es war schön euch kennengelernt zu haben!

Montag, 16. Mai 2016

47 und 35 Tage jung

Pfingstmontagbesuch im Zoo. Diese vielen Feiertage im Mai sind wirklich sehr Zoo- und Geier-freundlich. Da ich dieses Jahr allerdings sogar zwei Gänsegeierküken "direkt vor der Haustür" habe, genieße ich die Besuche im Duisburger Zoo umso häufiger.
Das Küken der Ausquartierten ist fast 7 Wochen alt. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Und die Federzottel werden immer wuscheliger.
Auch die Halskrause ist nun super zu erkennen. Bei einem Geierküken wachsen die Federn bis zu 7 mm am Tag. Kein Wunder also, dass es schon bald ein prachtvolles Federkleid tragen wird.
Weil wir zur Zeit einen kleinen Kälteeinbruch über Pfingsten haben und das Küken leider nicht mehr im geschützten, großen Nest sitzt, haben die Geiereltern ein paar Zweige über dem Küken angerichtet, als wollten sie ihm ein schützendes Zelt bauen.
Familien-Portrait.
In nur drei Tagen haben sich die Federn super entwickelt.
Bei so viel Fürsorge darf sich auch ein Geierelternteil mal eine Pause gönnen.
Nebenan bei Papageier und seiner Familie:
Kurze Kükenfütterung durch Mamageier...
 ...während Papageier für Aas-Nachschub sorgt.
Auch beim fünfwöchigen Küken wachsen die Federn enorm schnell.
Kommt ein Marabu zu nah ans Geiernest heran, schirmen die Eltern ihr Küken gut ab.
Jucken die Federansätze, so helfen die Geiereltern gerne beim Kratzen und Schnäbeln.
Während nach einer Weile Papageier die Kükenbetreuung übernahm...
...gönnte sich Mamageier einen frischen Snack vom Aas, während die gierigen Marabus versuchten ihr das Fressen aus dem Schnabel zu klauen.
Es ist sehr wichtig, dass die Geiereltern sich die täglichen Ratten nicht klauen lassen, da das Küken für eine gute Entwicklung dringend Calcium durch die kleinen Knochen braucht. Aas vom Rinderbein schmeckt dem Küken zwar auch, ist aber nicht so reichhaltig wie Aas mit kleinen, verdaubaren Knochen.
Stolzer Papa.
Unter Papageiers Gefieder ist es einfach am kuscheligsten.
Flugversuche.
Was reinkommt muss auch raus...