Freitag, 29. März 2019

Der Frühling der Truthahngeier

Nachdem ich auf der Facebook-Seite des Burgers Zoo gelesen hatte, dass es dort nicht nur ein Seekuh-Baby, sondern auch 5 Kaninchenkauz-Küken gibt, habe ich meinen letzten Rest-Urlaubstag für einen Frühlingsausflug nach Arnhem genutzt. Ich muss zugeben, dass mir schon lange kein Besuch dort mehr so viel Spaß gemacht hat wie heute! Trotz guten Wetters war kaum etwas los, gar kein Vergleich zu Wochenenden. Die Tiere in den großen Hallen schienen sehr entspannt und es gab keine Drängler, die einem die besten Beobachtungsplätze streitig machen wollten.
Dementsprechend viel Zeit verbrachte ich in der Wüstenhalle, wo drei süße Truthahngeier munter ihre Kreise drehen können.
Morgens entdeckte ich direkt einen der Geier beim Sonnenbaden. Seine weißen Federspitzen leuchteten richtig schön in der warmen Morgensonne.
Truthahngeier sind schon putzige Erscheinungen!
Der Lieblingsplatz der Truthahngeier ist eindeutig auf dem hohen Felsen in der Wüstenhalle, von wo aus sie die beste Übersicht haben. Auch dort genossen die Geier das Sonnenbaden.
Vormittags waren die Geier eher weniger aktiv und hüpften nur ein wenig auf den Felsen herum.
Mit etwas Geduld konnte ich den Geiern aber schließlich doch noch bei eleganten Rundflügen durch die Halle beobachten. Hin und wieder landeten sie etwas oberhalb des Restaurants. Ich hätte auch kein Problem damit gehabt, wenn sie auf meinem Tisch gelandet wären!
Nach einigem Hin- und Hergeflatter schauten sich zwei der Geier plötzlich ganz verliebt an.
Balzend wurden die Flügel geöffnet und die Geier schnäbelten sich gegenseitig an.
Einen Augenblick später ließen die beiden ihren Frühlingsgefühlen freien Lauf.
Ob die beiden wohl eines Tages Nachwuchs haben werden? Bisher hat es leider noch nicht geklappt.
Herzhaftes Gääähn!
Und wer jetzt gedacht hat, ich würde auf das Standardbild verzichten: Nee, natürlich nicht! ;-)
Das abgenagte Dino-Aas darf einfach nicht fehlen!

Sonntag, 24. März 2019

Menschenmassen in ZOOM

Nach einigen verregneten Wochenenden in Folge war heute praktisch die vorletzte Gelegenheit, den Gratisbesuch der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen durch die RUHR.TOPCARD einzulösen. Auf die Idee kame natürlich auch vielen Tausend anderer Leute, so dass wir allein von der Autobahnabfahrt über eine Stunde für die 2 km bis zum Parkplatz brauchten. Nervig! Zum Glück wurden alle RUHR.TOPCARD-Besitzer zu einem Nebeneingang geschickt, wo es halbwegs zügig ging. Trotzdem war der Zoo überfüllt und es machte ehrlich gesagt nur mäßig Spaß sich durch das Gedränge zu schieben.
Bei den höchst attraktiven Geierperlhühnern, von denen sich heute nur eines zeigte, war allerdings nichts los. Arme Hühner, dabei sind sie so hübsch anzusehen und eindeutig ein Highlight von ZOOM - zumindest für mich ;-)
Das hübsche Geierperlhuhn war Kameras offenbar nicht gewöhnt, denn es drehte sich immer wieder zu schnell weg oder rannte aus dem Bild. Schade, bei diesem süßen Kopf und prachtvollen Gefieder.
Wenn es schon keine Geier mehr in Gelsenkirchen gibt, so stechen die perlhuhnigen Genossen umso mehr hervor!
In der Afrika-Savanne entdeckte ich einen eingehutzelten Marabu.
Ansonsten gab es noch einige andere schöne Tiere zu entdecken und das Wetter spielte super mit. Allerdings hatte ich bei dem Gedränge keine Geduld die einzelnen Tiere länger zu beobachten. Ich sehe ja ein, dass es für den Zoo super ist, wenn so viele Besucher da sind. Für mich war es aber leider mal wieder sehr abschreckend.

Sonntag, 17. März 2019

Platzregen im Zoo

Um endlich den neuen Oktopus im Zoo Duisburg begrüßen zu können, kämpfte ich mich heute früh durch einen fiesen Platzregen mit dem Ergebnis, dass sich der Oktopus gemütlich in seiner Höhle versteckt hatte und kaum zu sehen war.
Eine kleine Regenpause nutzte ich dann aber auch, um die Gänsegeier und Marabus zu besuchen. Die armen Viecher waren natürlich patschnass und versuchten mit ausgebreiteten Flügeln ihre Federn zu trocknen.
Durch den Regen waren vermutlich ein paar Würmchen und Insekten angelockt worden, so dass die Marabus mit ihren großen Schnäbeln interessiert in der Wiese herumpickten.
Ein Geier lag brütend im Nest. Auch wenn er vor dem nächsten Schauer nicht aufstand, bin ich mir doch sehr sicher, dass er ein Ei unterm Gefieder hat! Super, da hat es also doch noch geklappt!!!

Sonntag, 17. Februar 2019

Noch kein Ei im Zoo Duisburg

Kurze Ei-Kontrolle bei den Gänsegeiern im Zoo Duisburg.
Die beiden Geier waren munter dabei ihr Nest auszupolstern, während ein Geier im Nest lag. Ei oder nicht Ei, das ist hier die Frage!
Als der Geier aufstand, wurde leider sichtbar, dass das Nest leer ist. Schade. Diesmal kein Valentins-Ei.
Hoffentlich sind sie diesmal einfach nur etwas später dran.
Papageier ist einfach der Attraktivste!
Später gab es noch ein paar zärtliche Momente. Zunächst schnäbelten sich die beiden Geier gegenseitig verliebt in der Halskrause herum.
Und wenige Minuten später gings dann los mit dem erneuten Versuch ein Ei zu zeugen.
Toi toi toi!
Auch die Marabus stellten bzw. setzten sich schön in Pose.

Mittwoch, 6. Februar 2019

Der Pechvogel des Jahres

Vor 3 Wochen wurde im Zoo Salzburg der Gänsegeier Gypsi ausgewildert, nachdem er über ein Jahr lang in der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS Haringsee) nach einer Bleivergiftung aufgepäppelt worden war. In der Nähe des Salzburger Zoos leben seit den 60er-Jahren wilde Gänsegeier, die sich gerne das für sie im Zoo ausgelegte Aas schmecken lassen. Mit diesen wilden Geiern sollte Gypsi ein fröhliches Leben in freier Natur genießen können.
(c) Barbara Maria Aichner
Jetzt schaffte es der 6 Jahre junge Gypsi erneut in die Nachrichten, aber leider auf tragische Weise: Er landete am Samstag im Jaguargehege des Salzburger Zoos und überlebte das Aufeinandertreffen mit der kräftigen Raubkatze nicht :-(
Vermutlich wurde der Pechvogel von einer starken Windböe erfasst und suchte sich daraufhin den falschen Landeplatz aus. Der Jaguar ließ ihm anschließend leider keine Chance.
Einfach nur traurig, wenn ich bedenke, was der Arme in seinem viel zu kurzen Leben bisher alles durchgemacht hat. Eine kleine Zusammenfassung findet ihr hier.

Montag, 4. Februar 2019

Geiermassenvergiftung in Kenia

Traurige Nachricht aus Nairobi, Kenia:
Am Morgen des 27.01.2019 entdeckte ein Wildlife Ranger auf einer Routinekontrolle entlang der nördlichen Grenze der Masai Mara, als er eine Gruppe Geier entdeckte, die offensichtlich Probleme hatten sich in der Luft zu halten. Alarmiert folgte er ihnen und entdeckte schon bald 20 tote Geier in unmittelbarer Nähe eines Hyänen-Kadavers, allesamt stark bedrohte Ohrengeier und Sperbergeier. Außerdem entdeckte er sechs weitere Geier, die sich in einem kritischen Zustand befanden.
Der Ranger behielt trotz dieser Tragödie einen kühlen Kopf und handelte sofort. Dank eines Aktionsplanes zum Umgang mit Giftvorfällen, der im vergangenen Jahr in einer Zusammenarbeit von BirdLife-Partnern und anderen Kenianischen Naturschutzorganisationen erstellt worden war ("Kenya's Rapid Response Poisoning Protocol"), wusste er genau, was zu tun war, um weitere Geier-Giftopfer zu verhindern. Umgehend forderte er Unterstützung des Kenya Wildlife Services und des Kenya Bird of Prey Trusts an, die am Unglücksort erschienen, um die verletzten Geier und forensische Proben einzusammeln. Sie wurden unterstützt von Einheimischen, die ebenfalls in dem Aktionsplan unterrichtet waren.
Da die Hyäne noch nicht vollständig gefressen war, hätten viele weitere Geier und andere Tiere von dem kontaminierten Fleisch fressen können, wenn sie nicht zeitnah entdeckt und entsorgt worden wäre. Um die Gegend zu dekontaminieren, wurden die Hyäne sowie alle vergifteten Geier verbrannt. Von den sechs erkrankten Geiern konnten vier bereits aufgepäppelt und wieder freigelassen werden. Die beiden anderen stehen weiterhin unter Beobachtung durch Tierärzte des Kenya Wildlife Service.
Der Direktor des Kenya Bird of Prey Trusts ist sich sicher, dass leicht über 100 Geier gestorben wären, wenn die Massenvergiftung nicht entdeckt worden wäre. Der Aktionsplan und dessen Training konnten erfolgreich angewendet werden, um eine noch größere Tragödie zu vermeiden.
Ursache für das Geiersterben war vermutlich eine alt bekannte Wechselwirkung: Farmer hatten offenbar illegale Giftköder ausgelegt, um ihre Nutztiere vor Raubtieren zu schützen. Vielleicht hatten sie auch die Hyäne selber getötet und anschließend vergiftet, um weitere Raubkatzen zu erwischen. Leider passiert es immer wieder, dass hungrige Geier von den Giftködern fressen und dann unschuldige Opfer werden. Um den Farmern diese Wechselwirkung zu erklären, gibt es viele Aufklärungskampagnen in Kenya. Auch das Kenya Rapid Response Poisoning Protocol wurde flächendeckend unterrichtet, damit möglichst viele Ranger, Naturschützer und Farmer bei einem Giftvorfall möglichst schnell helfen können.
Der aktuelle traurige Vorfall zeigt, dass die Ursache zwar noch nicht von der Bildfläche verschwunden ist, aber immerhin verbessert sich die Reaktionszeit zum Vorteil der möglichen Geieropfer. Am besten wäre es allerdings, wenn gar kein Gift mehr verwendet werden würde!