Langsam aber sicher lassen sicherste Erfolge bei unseren Patienten von VulPro sehen. Der Weißrückengeier mit Steinen im Kropf ist zwar immer noch sehr schwach mit seinen Verdauungsproblemen und kalten, tauben Beinen, aber immerhin versucht er endlich sich zu bewegen. Leider sieht das dann so aus, als würde ein schwaches Huhn mit seinen Flügeln Schwimmbewegungen auf dem Boden durchführen. Dafür hat er aber seinen Appetit wiedergefunden.
Dem Kapgeier, der von Hunden attackiert wurde, geht es deutlich besser! Er schafft es immer mal wieder sich aus eigener Kraft aufzusetzen und wenn ich ihm Wasser vor den Schnabel halte und mit den Fingern darin herumplätschere, dann trinkt er sogar von alleine. Schlauer Vogel, denn ich stelle es mir sehr unangenehm vor, wenn man ein Plastikröhrchen in den langen Hals bis zum Kropf gesteckt bekommt, um mit zwei großen Kanülen eine Zwangsfütterung (nennt man das so auch bei Wasser?) durchzuführen, wie es die anderen Patienten erdulden müssen. Ist leider die einzige Chance die Geier mit nötiger Flüssigkeit zu versorgen, wenn sie nicht von alleine trinken wollen - vor allem bei der Hitze hier.
Dem hinkenden Kapgeier in der anderen Voliere fehlt noch ein wenig der Appetit, ansonsten sieht er wieder fit aus. Auch das andere Weißrückengeier-Jungtier erfreut sich immer mehr einer baldigen Genesung und der Sekretär tritt manchmal sogar schon um sich!
Im Geierrestaurant trieben sich heute nur ca. 50 wilde Geier herum.
Immer schön rein mit dem Hals in den Kadaver...
Neben den markierten Geiern versuche ich auch wilde Junggeier aus dieser Brutsaison zu zählen. Das ist bei dem Gewusel im Geierrestaurant und je nach Sonnenstand allerdings nicht so einfach. Daher sind meine Angaben wohl eher ohne Gewähr. Der Geier auf dem nächsten Bild ist aber ganz deutlich ein erwachsener Geier.
Eingeweide reiß!
Attacke!
Auf dem nächsten Bild sind sehr schön die "falschen Augen" zu erkennen, die nackten runden Stellen rechts und links vom (hier noch leeren) Kropf. Je nach Aggressivität verfärben sie sich von eher bläulich bis knallrot.
Irgendwo muss doch noch ein Aasfetzen zu finden sein!?
Zähe Schweinehaut schmeckt den Geiern allerdings nicht! Sie kriegen sie mit ihren Schnäbeln auch gar nicht aufgerissen.
Die wilden Geier leisten im Restaurant täglich ganze Arbeit. Eigentlich muss ich nur noch die abgenagte Haut und die ganz großen Knochen abends einsammeln, der Rest ist komplett aufgefuttert! Einmal mehr zeigt sich, wie wichtig Geier für die Umwelt sind!
Der liebe Rocky hat schnell herausgefunden, dass wir beide im gleichen Farmbereich nächtigen. Daher kommt er nachmittags und abends gerne auf einen Besuch an meiner Zimmertür vorbei. Dabei geht er sogar richtig lieb auf Federfühlung, viel näher als auf dem Bild unten.
Wenn man keine Angst zeigt, dann ist er richtig entspannt, gurrt süß vor sich hin und spaziert nach 15 Minuten irgendwann weiter. Aber so richtig entspannt kann ich beim Anblick seiner Krallen noch nicht bleiben...
Rocky, du bist wirklich ein Prachtvieh!!!
Donnerstag, 4. Dezember 2014
Mittwoch, 3. Dezember 2014
200 im Restaurant
Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn, bereits um 8:30 Uhr trieben sich über 200 (!!!) wilde Kapgeier im Geierrestaurant von VulPro herum!!! Was für ein Anblick! Dafür lasse ich doch gerne die Arbeit eine Stunde liegen und hänge sie hinten dran!
Wohin man auch schaut, vom schattigen Platz unter dem Baum bis zur Brutvoliere, die ganze Wiese ist voller Geier! Ein Traum!
Erst kurz vor der Landung wird einem bewusst, wie riesig diese kräftigen Geierflügel mit über 2,70 m Spannweite sind.
Jedes noch so kleine Knöchelchen wird zehnmal umgedreht, um auch das letzte Bröckchen Aas zu verschlingen.
Wer mit seiner Mahlzeit fertig ist, nimmt gerne ein erfrischendes Bad in einem der beiden Geierpools, trinkt ein paar Schlucke oder wischt sich den Schnabel im Gras sauber.
Ein anderes tolles Schauspiel ergibt sich, wenn die Geier entweder durch Spaziergänger am Zaun der Farm aufgeschreckt werden oder eine schöne Brise auffrischt. Dann schwingen sich Dutzende Geier zeitgleich in die Luft und nutzen die Thermik, um in großen Kreisen Richtung Himmel zu fliegen.
Der Schatten des einzigen Baumes im Geierrestaurant wird gerne für eine Verdauungspause genutzt, um der knallenden Sonne zu entkommen. Ich habe zwar kein Thermometer griffbereit, aber die 30 Grad werden hier deutlich überschritten!
Der Marabu hält sich allerdings noch im Hintergrund auf. Da er aber keine großen Aasbrocken aus den Kadavern reißen kann, hat er auch keine Eile.
Unser verletzter Sekretär wird immer mal wieder in eine Schlinge geknotet, damit er seine Beinmuskeln trainieren kann. Zusätzlich machen wir mehrfach täglich Dehnübungen mit ihm.
Nachdem das große Geierschauspiel im Restaurant vorrüber war, fuhren wir mit unserem Weißrückengeier-Sorgenkind zu einem Tierarzt nach Pretoria, der sich den Patienten noch einmal anschauen wollte. Die erste Röntgenaufnahme hatte zwei große Steine und ein Stück Metall im Körper gezeigt, was vermutlich Ursache für seinen schlechten Zustand ist. Er leidet nach wie vor an Durchfall, muss einen Medikamenten-Cocktail aus vielen Spritzen über sich ergehen lassen und schafft es nur sehr schwer seine Nahrung zu verdauen. Daher füttern wir ihn auch nur, wenn sein Kropf auch wirklich leer ist. Dieser Tierarzt war neu für VulPro und wollte uns nicht mit ins Behandlungszimmer lassen, wie es die anderen Tierärzte tun. Wir mussten unseren Geier also vorerst dort lassen, bis er sich zwischen die anderen Termine zwischenquetschen lassen konnte. Letztendlich war der Tierarzt nach einer zweiten Röntgenaufnahme sicher, dass es sich nur um Knochensplitter handelt - was aber so gar nicht zu der Tatsache passt, dass der erste Tierarzt ihm ja bereits Steine aus den Kropf rausgeholt hatte. Das Leiden geht also leider vorerst weiter :-(
Karnickel gibt es hier übrigens kaum noch welche, da alle an die Geierküken verfüttert wurden, schnief. Aber ein paar wenige hoppeln doch noch vor meinem Zimmer umher. Total niedlich, wenn ich die Tür aufmache und Karnickel, Rocky, seine weiße Henne und sonstiges Getier erblicke!
Wohin man auch schaut, vom schattigen Platz unter dem Baum bis zur Brutvoliere, die ganze Wiese ist voller Geier! Ein Traum!
Erst kurz vor der Landung wird einem bewusst, wie riesig diese kräftigen Geierflügel mit über 2,70 m Spannweite sind.
Jedes noch so kleine Knöchelchen wird zehnmal umgedreht, um auch das letzte Bröckchen Aas zu verschlingen.
Wer mit seiner Mahlzeit fertig ist, nimmt gerne ein erfrischendes Bad in einem der beiden Geierpools, trinkt ein paar Schlucke oder wischt sich den Schnabel im Gras sauber.
Ein anderes tolles Schauspiel ergibt sich, wenn die Geier entweder durch Spaziergänger am Zaun der Farm aufgeschreckt werden oder eine schöne Brise auffrischt. Dann schwingen sich Dutzende Geier zeitgleich in die Luft und nutzen die Thermik, um in großen Kreisen Richtung Himmel zu fliegen.
Der Schatten des einzigen Baumes im Geierrestaurant wird gerne für eine Verdauungspause genutzt, um der knallenden Sonne zu entkommen. Ich habe zwar kein Thermometer griffbereit, aber die 30 Grad werden hier deutlich überschritten!
Der Marabu hält sich allerdings noch im Hintergrund auf. Da er aber keine großen Aasbrocken aus den Kadavern reißen kann, hat er auch keine Eile.
Unser verletzter Sekretär wird immer mal wieder in eine Schlinge geknotet, damit er seine Beinmuskeln trainieren kann. Zusätzlich machen wir mehrfach täglich Dehnübungen mit ihm.
Nachdem das große Geierschauspiel im Restaurant vorrüber war, fuhren wir mit unserem Weißrückengeier-Sorgenkind zu einem Tierarzt nach Pretoria, der sich den Patienten noch einmal anschauen wollte. Die erste Röntgenaufnahme hatte zwei große Steine und ein Stück Metall im Körper gezeigt, was vermutlich Ursache für seinen schlechten Zustand ist. Er leidet nach wie vor an Durchfall, muss einen Medikamenten-Cocktail aus vielen Spritzen über sich ergehen lassen und schafft es nur sehr schwer seine Nahrung zu verdauen. Daher füttern wir ihn auch nur, wenn sein Kropf auch wirklich leer ist. Dieser Tierarzt war neu für VulPro und wollte uns nicht mit ins Behandlungszimmer lassen, wie es die anderen Tierärzte tun. Wir mussten unseren Geier also vorerst dort lassen, bis er sich zwischen die anderen Termine zwischenquetschen lassen konnte. Letztendlich war der Tierarzt nach einer zweiten Röntgenaufnahme sicher, dass es sich nur um Knochensplitter handelt - was aber so gar nicht zu der Tatsache passt, dass der erste Tierarzt ihm ja bereits Steine aus den Kropf rausgeholt hatte. Das Leiden geht also leider vorerst weiter :-(
Karnickel gibt es hier übrigens kaum noch welche, da alle an die Geierküken verfüttert wurden, schnief. Aber ein paar wenige hoppeln doch noch vor meinem Zimmer umher. Total niedlich, wenn ich die Tür aufmache und Karnickel, Rocky, seine weiße Henne und sonstiges Getier erblicke!
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