Samstag, 6. September 2014

IVAD 2014 im Burgers Zoo II

Zugegeben, Grund Nr. 1 den Weltgeiertag 2014 im Burgers Zoo zu feiern, war das wunderschöne Königsgeierküken, das am 05.Mai 2014 geboren wurde. So einen Prachtgeier sieht man nicht alle Tage!!!
Auf der Hinfahrt hatte es ein wenig geregnet, so dass das geierliche Gefieder noch etwas nass war. Seit meinem letzten Besuch hier vor einem Monat hat das flauschige Königsgeierküken offenbar büschelweise weißen Flaum eingebüßt, so dass die nassen Flaumreste nun eher an ein gerupftes, süßes Huhn erinnerten. Ob sich das niedliche Vieh deshalb beschämt hinter einem Gebüsch versteckt hat? Schade, denn so konnte ich es kaum beobachten. Aber sehr niedlich zu sehen, wie sich seine Eltern rechts und links positioniert haben.
Das folgende Bild ist das Beste, das mir heute gelungen ist. Süßes Federvieh!!!
Egal von welcher Seite ich es versucht hatte, durch Zaun und Gestrüpp war das Königsküken zu sehr geschützt, um fotografiert zu werden.
Mittags wollte sich das Königsküken etwas auf seiner Sitzstange bewegen, rutschte dabei allerdings ab und landete panisch flatternd im Grünzeug. So niedlich es auch aussah, ich hatte richtig Angst um seine Flügeln, die beim Schlag auf einen festen Gegenstand (wie eine Sitzstange) brechen könnten.
Die stolzen Geiereltern schauten ihrem Nachwuchs besorgt zu und wollten helfen. Aber sie können ihr Küken ja nicht einfach beim Flügel greifen und wieder hochziehen. Daher musste das Küken noch eine Weile flattern, bis es auf einem dürren Zweig das Gleichgewicht zurückfand und anschließend auf die Sitzstange zurückhüpfen konnte. Man könnte meinen einen sehr stolzen Gesichtsausdruck bei den Geiereltern beobachtet zu haben.
Hier noch ein paar Schnappschüsse "durch die Hecke":
Schnabeljucken an einem Stöckchen...
Gemütliches Entspannen.
Wenn die Königsgeiereltern nicht gerade auf ihren süßen Fratz aufpassten, pflegten sie gründlich ihr nassgeregnetes Gefieder.
 
Mein Lieblingsgesichtsausdruck bei Königsgeiern!!!

IVAD 2014 im Burgers Zoo I

Wo ließe sich der International Vulture Awareness Day 2014 besser feiern als "unter Geiern" in einem Geier-reichen Zoo? Einer dieser Zoos ist der niederländische Burgers Zoo in Arnhem, der 2013 sein 100jähriges Bestehen gefeiert hat und Königsgeier, Gänsegeier, Mönchsgeier sowie Truthahngeier und Sekretäre beherbergt. Bei drei von vier Geierarten flatterten dieses Jahr zwischen Ende April und Anfang Juni Nachwuchs ins Haus, eine erfolgreiche Brutsaison und super Zeichen für den Geiererhalt. Daher ging es am Weltgeiertag in den Burgers Zoo!
Vormittags saßen die Geier in der Großvoliere noch sehr träge auf ihren Sitzstangen herum.
Erst nach und nach begannen sie müde ihre riesigen Flügel durch kräftiges Flügelschlagen zu lockern.
Ein Aas gab es leider nicht, also hatten sie noch nicht einmal die Motivation aus den Sitzbäumen runter auf den Boden zu flattern. Schade, denn an ihrem Ehrentag wäre ihnen zumindest eine saftige, frische Kuh gegönnt gewesen. Vielleicht gab es die ja nachmittags nach meiner Abreise?
Ob dieser Geier hier wohl erkannt hat, dass ich extra angereist war, um mit dem hübschen Geflügel Weltgeiertag zu feiern? Außer mir schien davon nämlich niemand Notiz zu nehmen und auch der Zoo hatte keinerlei extra Geier-Aktivitäten geplant. Schade.
Das wunderhübsche Gänsegeierjungtier ist am 24.April 2014 aus dem Ei geschlüpft und hat sich prächtig entwickelt. Unter den vielen Altgeiern mit strahlend weißen Halskrausen ist der einzige Junggänsegeier der Voliere leicht an seiner dunklen Halskrause zu erkennen.
Schon bei meinen letzten Besuchen zeigte sich, dass der hübsche Junggeier die elterliche Obhut bereits weitgehend verlassen hat und ausgiebige Streifzüge durch die Voliere unternimmt - im Gegensatz zu dem noch immer ängstlichen Mönchsgeierküken.
So einen Ausblick wünsche ich mir aus meinem Wohnzimmerfenster...

Die stolzen Mönchsgeiereltern waren vormittags überraschend weit von ihrem Nest mit Nachwuchs entfernt. Zwei Gänsegeier saßen auf halber Strecke, was dem Mönchsgeiernachwuchs offenbar nicht ganz geheuer war. So duckte es sich flach ins Nest und zuckte sichtlich zusammen, wenn ein Gänsegeier losflatterte. Aber die Mönchsgeiereltern hielten mit Argusaugen Wache:
Das Mönchsgeierküken ist der jüngste Geiernachwuchs im Burgers Zoo, geboren am 07.Juni 2014. Bei meinen letzten drei Besuchen habe ich es noch nie außerhalb des Nestes gesehen, obwohl es mittlerweile schon richtig groß geworden ist.
Im Laufe des Tages richtete es sich immer wieder auf und ließ sich von mir beobachten. Vermutlich brauchte es einen Elterngeier im Nest, um sich sicher zu fühlen.
Hübscher Fratz! Ziemlich ängstlich, aber sehr süß!
Als Special Guest in Geierblog sehr beliebt sind die Sekretäre. Dieses Bild war übrigens ein Zufallstreffer, weil mir der Kollege links beim Kameraauslösen ins Bild gelatscht ist. Sehr praktisch.
Es tut mir in der Seele weh eines dieser schönen Geschöpfe humpeln zu sehen. Ob er sich das Bein verletzt hat, als er statt einer normalen Schlange eine Anakonda tottreten wollte? Hoffe es geht ihm bald wieder besser, aber das Humpel habe ich bereits schon mehrfach beobachtet.
Schau mir in die Augen!
Es war interessant zu sehen, dass sich einer der Sekretäre immer wieder in ein großes Nest gelegt hat. Ob die beiden bereits ihre Brutsaison begonnen haben?
Zum ersten Mal habe ich ein Poster beachtet, auf dem die Freilassung der Truthahngeier in der Wüstenhalle festgehalten wurde. Dies ist bereits viele Jahre her, aber die beiden Truthahngeier genießen ihre tolle Wüstenlandschaft noch immer.
Es ist immer wieder spannend die Wüstenhalle zu betreten und nach den eher unauffälligen Truthahngeiern Ausschau zu halten. Diesmal entdeckte ich sie nicht auf ihrem Lieblingsplatz hoch oben auf dem größten Felsen, sondern in einer anderen Ecke. Als hätten sie direkt neben der Tür gewartet, damit ich auch bloß nicht an ihnen vorbeilaufe.
Natürlich durften diversen Runden an den beiden Königsgeiervolieren auch nicht fehlen. Ihnen widme ich später einen Extra-Artikel...

Happy International Vulture Awareness Day 2014


Liebe Geierfreunde,
heute ist der erste Samstag im September und was bedeutet das? Die Welt feiert endlich wieder den "International Vulture Awareness Day", den Weltgeiertag 2014!!!
Leider halten sich die Deutschen Zoos und Tierparks noch ein wenig mit dem Zelebrieren dieses wunderbaren Feiertages zurück und auch ich selber hatte dieses Jahr keine Aktion geplant. Um aber dennoch diesen Tag mit dem geliebten Geflügel verbringen zu können, bin ich erneut zum Burgers Zoo gefahren. Mensch, bei drei Besuchen in wenigen Wochen hätte sich dieses Jahr echt die Jahreskarte gelohnt. Aber wer hätte auch ahnen können, dass es dort dieses Jahr einen so wunderhübschen Königsgeiernachwuchs VOR den Kulissen zu bewundern gibt!? Auch das Gänsegeierjungtier und das Mönchsgeierjungtier sind wunderschön anzuschauen, die Altvögel und die beiden Truthahngeier in der Wüstenhalle natürlich ebenfalls. Bei so einem erfolgreichen Brutjahr war die Wahl, in welchem Zoo ich dieses Jahr feiern würde, sehr schnell gefällt.
Mittlerweile hat das Königsgeierküken offenbar große Büschel seines prachtvollen, weißen Flaumes verloren und sah nach einem kurzen Nieselregen ziemlich gerupft aus. Ob es sich deshalb so beschämt den ganzen Tag hinter einem Gestrüpp versteckt hatte, mit seinen Eltern rechts und links als Schutz? Hat das hübsche Geierlein doch gar nicht nötig!!! (Bilder folgen übrigens bald in einem gesonderten Blogartikel!)
Traurigerweise blieben die Gänge rund um die Geiervolieren leer, obwohl der Zoo insgesamt sehr voll war. Schade, den Weltgeiertag scheint hier einfach niemand zu kennen oder niemanden zu interessieren. Dabei verdienen Geier mehr denn je jede Aufmerksamkeit und Wertschätzung!
Noch immer ist das Diclofenac-Drama in Asien nicht ausgestanden und mittlerweile schwappt das Geiergift auch immer häufiger nach Afrika und Europa. Hinzu kommt der fiese Trend von Elfenbeinjägern ihre erlegten Opfer mit Gift einzuschmieren, um gezielt alle Geier der Umgebung auszurotten - Geier würden ja durch ihre eleganten Flug-Kreise überm Kadaver auf die getöteten Tiere aufmerksam machen. Desweiteren gibt es nach wie vor viel zu viele Giftköder gegen wilde Hunde, Schakale und anderes Getier, die den Geiern den Garaus machen. Ebenso die vermaledeiten Stromleitungen und Windkraftanlagen, denen immer mehr Geier zum Opfer fallen. Was wohl den Ignoranten als nächstes einfällen wird, um wirklich auch den letzten aller Geier auszurotten??? Ich hoffe, dass ich das nicht mehr erleben muss!
Aber es gibt zum Glück mittlerweile auch viele Menschen, die den Kampf ums Geierüberleben nicht einfach aufgeben und um jedes einzelne Tier kämpfen. Hier kann ich die Arbeit von Kerri Wolter (VulPro) in Südafrika einfach nicht genug loben!!! Kerri fährt viele tausende Kilometer jeden Monat kreuz und quer durchs Land, um verletzte Geier einzusammeln und zu pflegen, selbst wenn der Kampf aussichtslos ist oder das Tier nie wieder in der freien Natur überlebensfähig sein wird. Ihr Geiercenter in Hartbeespoort ist ein Garten Eden für verletzte Geier, die dort super umsorgt werden und in einer traumhaften Felsenlandschaft-Brutvoliere sogar noch für den Erhalt ihrer Art sorgen können. Daher freue ich mich umso mehr, dass die Flüge bereits gebucht sind und ich noch dieses Jahr in mein ganz persönliches Geierparadies zurückkehren werde!!! Vielen, vielen Dank für deine tolle Arbeit, Kerri! Ich freue mich sehr auf unser Wiedersehen!!!
Neben den vielen Auffangstationen gibt es auch viele liebe Menschen, die sich in Zuchtzentern und Zoos für das erfolgreiche Fortpflanzen von Geiern starkmachen, die dann anschließend in der freien Natur ausgewildert werden können. Hierbei durfte ich nach einem ersten Besuch Ende 2013 auch dieses Jahr wieder Einblicke in die Bartgeier-Zuchtstation EGS Haringsee bei Wien unter der Leitung von Hans Frey erhalten und sogar an der diesjährigen Bartgeierauswilderung in Südfrankreich und Osttirol teilnehmen. Ein tolles Erlebnis! Wann hat man sonst schon die Gelegenheit über 4000 km in 10 Tagen mit Bartgeiern im Kofferraum quer durch Europa zu fahren und in verschiedenen Ländern Geierfreunde und Geierforscher aus noch mehr Ländern kennen zu lernen!? (Umso mehr tut es mir leid, dass ich die Blogartikel noch immer nicht geschrieben habe...)
Natürlich möchte ich darauf hinweisen, dass ich an dieser Stelle hauptsächlich auf die Projekte eingegangen bin, mit denen ich dieses Jahr gearbeitet hatte bzw. wieder arbeiten werde. Es gibt natürlich noch zahllose andere Geierprojekte, die ich in der Vergangenheit kennen- und schätzengelernt habe bzw. in Zukunft unbedingt endlich persönlich kennenlernen möchte. Ihr macht alle super Arbeit!!! Vielen, vielen Dank dafür!!!
Den IVAD 2013 hatte ich noch mit einem riesigen, erfolgreichen Spenden-Gala-Dinner in Südafrika mit VulPro gefeiert, bin aber nur wenige Tage später nach Deutschland zurückgekehrt. Mit dem heutigen Weltgeiertag wird mir daher nur zu schmerzlich bewusst, dass mein traumhaftes Geierjahr bereits seit einem Jahr vorüber ist! Die Rückkehr in die Realität war natürlich nicht einfach und an der Geierblog-Lethargie mangels täglich neuer Geierabendteuer leide ich noch immer. Meine lieben Leser, es tut mir unendlich leid! Ich kann nicht oft genug betonen, dass ich versuche mich wieder aufzuraffen, mittlerweile ca. 20 Berichte noch nachtragen werde und euch von Herzen bitte meinen Geierblog nicht aufzugeben!!! Ich bin aber nach wie vor jeden Tag dankbar, dass ich dieses wunderbare Geierjahr erleben durfte und die Geierleidenschaft weitergeht.
Kann es übrigens kaum erwarten im Laufe des Tages bzw. morgen nachzulesen, was sich die Geierfreunde rund um den Globus haben einfallen lassen, um den International Vulture Awareness Day 2014 gebührend zu feiern. Ich kann euch nur empfehlen: Schnappt euch einen Computer und googelt, was das Zeug hält. Denn genau diese vielen Aktionen und Berichte lassen zumindest einmal jährlich hoffen, dass die Welt auf Geier aufmerksam wird, viele neue Geierfreunde gefunden werden und diese wunderbare Tierart vielleicht doch noch zu retten ist!!!
In diesem Sinne, alles Liebe zum Weltgeiertag und genüssliches Aas hack,
Bettina