Sonntag, 17. Oktober 2010

Wiedersehen unter Geiern - Abflug in die Freiheit

Gestern ist der große Tag gewesen, wegen dem ich hauptsächlich jetzt im Oktober wieder hierher gefahren bin: Die elf Gänsegeier von 2009 wurden freigelassen!!!
Aus diesem Grunde blieb das Eko-Centar Caput Insulae Beli (ECCIB) heute auch für Besucher geschlossen.
Morgens in der Voliere sahen die elf Geier im Gegensatz zu Freitag nach der Geier-Jagd recht entspannt aus. Vor allem als ein wilder Geier draußen an der Voliere vorbeisegelte, schauten sie alle sehnsüchtig in seine Richtung. Ob ihnen da schon klar war, dass sie bald genauso frei werden fliegen können? Ohne Gitter, ohne Holzwände, in freier Natur!?!?
Nur ein kleiner Draufgänger erinnerte mit seinen zerzausten Federn und seiner rebellischen Haltung eher an einen Fetzenfisch, als an einen Geier. Das Öffnen der Eck-Voliere sollte gegen 12 Uhr stattfinden und Zuschauen war nur vom Glastunnel aus erlaubt. Ab halb elf tauchten die ersten „geladenen Gäste“ auf, darunter auch ein Kamerateam eines Fernsehsenders. Überraschenderweise sollte ich ein kurzes Interview geben, vor laufenden Kameras. Ich wurde gefragt, ob und warum ich diese Geier toll finde, ob mir das Eko-Centar und die Arbeit hier gefallen, ob ich Beli schön finde und zwei, drei Fragen mehr. Hmmm… „Ich finde Beli toll, weil es hier das Eko-Centar gibt, dass ich deshalb so klasse finde, weil hier Gänsegeier gepflegt werden, die wiederum meine Lieblingsgeier sind!?!?“ Das etwa ist der grobe Kern, aber natürlich habe ich mich etwas ausführlicher ausgedrückt.
Gegen halb zwölf sicherten die ersten Zuschauer und ich uns Plätze in der ersten Reihe im Glastunnel, denn es liefen immer mehr Gäste im Eko-Centar herum. Aufgeregt sahen wir ständig zwischen Geiern und Uhr hin und her und zählten den Countdown. Auch die Geier schienen zu spüren, dass bald etwas Besonderes bevorstehen würde:
Einige Geier fielen sich wie zum Abschied noch einmal schnell um den langen Hals bzw. in die Flügel
oder kuschelten ein letztes Mal.
Wobei, warum sollte das eigentlich ein Abschied für immer sein? Diese Geier sind jetzt etwa eineinhalb Jahre alt, werden also erst in etwa vier Jahren geschlechtsreif. Wenn sie sich dann einen Partner suchen, werden sie den Rest ihres Lebens mit ihm gemeinsam verbringen. Kann es aber nicht genauso gut sein, dass sich zwei Geier in dem gemeinsamen Eko-Centar-Jahr so ineinander verguckt haben, dass sie schon jetzt zusammen bleiben und gemeinsam auf Reisen gehen? Das wäre doch romantisch!!!
Während zwei Zuschauerinnen und ich so vor uns hin philosophierten und auf das Öffnen der Volieren-Klappe warteten, kam uns ein weiterer Gedanke: Verlieben sich Geier vielleicht sogar beim Fressen? Während sie zufällig am gleichen Kadaver rumnagen könnte es doch genauso funken, wie bei Menschen bei einem guten Restaurantbesuch. Das könnte dann etwa so aussehen: „Liebes, möchtest du mein blutiges Filet-Stück haben? Dann kannst du mir gerne deine zähen Sehnen überlassen!“ Seufz, Geierliebe kann doch soooo romantisch sein!!!
Mit knapp einer halben Stunde Verspätung tauchten Goran und seine Gäste im Glastunnel auf. Er erklärte kurz einiges über die Geier und den Ablauf der Auswilderung. Danach stellte er mit einigen Sätzen sowohl die Helfer als auch alle Gäste vor.
Gespannt hockten nun etwa 40 bis 50 Leute im Glastunnel, bis sich gegen 13 Uhr endlich die Klappe in die Freiheit hebte. Der erste Geier schien aber ein wenig die Richtung verwechselt zu haben und flatterte zur FALSCHEN Klappe, die natürlich geschlossen war.
Die Klappe öffnete sich weiter… und wieder sprang ein Geier in die falsche Richtung.
Zu ihrer Verteidigung muss ich sagen, dass sie Freitag nach dem Einfangen in alle möglichen Richtungen gegen die Gitter geflattert sind, aber so gut wie nie in Richtung Ausstiegsluke! Keine Ahnung, warum ihnen diese Richtung offensichtlich nicht gefällt.
Eine halbe Stunde mussten wir geduldig in zum Teil sehr unbequemen Positionen ausharren, die Kameras immer im Anschlag und mit Händen und Füßen gegen die lästigen Reflexionen abgeschirmt. Hin und wieder flatterte ein Geier auf die Holzstange in halber Höhe zum Ausgang. Im Glastunnel war gespanntes Seufzen zu hören… gefolgt von einem Aufstöhnen, wenn der Geier mal wieder in die falsche Richtung und gegen das Gitter flog. Dann aber war es so weit und der erste Geier flog durch die offene Klappe auf die Außenplattform. Die Menge jubelte und im nächsten Moment schwang sich der Geier endgültig in die Lüfte.
Herrlich war er anzusehen, vor den Bäumen und dem Meer im Hintergrund!!! FREIHEIT!!!
Das vermeintliche Pärchen schaute noch einmal wehmütig durch das Gitter nach draußen, in die Ferne übers Meer… „Werden wir jemals wieder auf den gleichen Aufwinden segeln? Werden sich unsere Flüge noch einmal kreuzen?“ Noch ein letztes Mal fielen sich die beiden Geier in die Flügel. Kein Wunder, dass so manch ein Geier kurz vor dem Abflug noch einmal seufzend die Flügel hängen ließ.
Es dauerte weitere 20 Minuten, bis sich der zweite Geier in die Lüfte und ab durch die Klappe nach draußen schwang! Und dann ging es plötzlich Schlag auf Schlag: Ein Geier nach dem nächsten flatterte zunächst auf die Holzstange und dann mit einem großen Satz nach draußen.
Dort blieben die meisten zunächst einige Zeit auf der Plattform sitzen, wo seit Freitagmorgen auch ein totes Schaf lag. Komischerweise fingen die Geier nicht an zu fressen sondern flatterten früher oder später in alle Richtungen davon.
Zwei Geier flogen am Zaun der Voliere entlang zum kleinen Hügelchen, auf den sich hin und wieder ein Geier zurückzieht.
Von seinen Kollegen angelockt flog einer der Volieren-Insassen auf den Hügel und begrüßte die beiden freien Geier durch den Zaun.
Ein anderer Geier flog sofort auf das Volieren-Dachgitter und setzte sich gemütlich auf einen Pfeiler, von dem er sich für wenigstens eine Stunde nicht mehr fortbewegte.
Immerhin konnte er von dort aus sowohl die Landschaft als auch seine Freunde in der Voliere in Ruhe begutachten und gegeneinander abwägen, wo er auf Dauer lieber bleiben möchte.
Eine ähnliche Idee hatte auch ein weiterer Geier, allerdings landete er direkt auf dem Dachgitter oberhalb der obersten „Treppenstufe“, wo sich alle Geier in der Voliere hin zurückgezogen hatten. Natürlich sahen sie ihren Freund, wunderten sich aber offensichtlich, warum ein Gitter zwischen ihnen lag. Es sah zum Totlachen aus, wenn er gemütlich übers Netz balancierte, während er seine Kumpel unter im fast plattgedrückt hat.
Die anderen Geier flatterten zum Teil direkt auf und davon, einige andere kamen im Laufe des Tages immer wieder zum Eko-Centar zurück und drehten dicht über Haus und Bäumen ihre Kreise.
Und auf einmal brach das Geier-Paradies auf Erden aus: Geier überall!!! Nicht nur die Flugeinlagen waren beeindruckend, sondern sie saßen auf einmal auf den Dächern der Häuser!!!
Einer meiner Lieblingsgeier, „CHC“, kam nach etwa zwei Stunden wieder zurück und landete nach einem Sturzflug mitten auf dem kleinen Dach über den Toiletten im Erdgeschoss des Eko-Centars. Schön dich wieder zu sehen, alter Freund!!!
Fast hätte er somit in unser Badezimmer in der ersten Etage reinflattern können. Er hätte sich natürlich liebend gern auch für die Nacht ein Nest in einem der freien Etagenbetten meines Schlafraumes herrichten können…
Dieser Moment war einfach so unglaublich, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte den Geier abzulichten. Gerne hätte ich noch ein Foto aus dem Badezimmer geschossen, Auge um Auge mit dem Geier, aber da flatterte er plötzlich los und hechtete mit Schwung in den Wald, der etwas den Berg hinauf hinter der Pansion Tramontana gelegen ist. Unsere erste Vermutung: Er sammelt noch schnell Holz für die kalte Nacht. Deutlich plausibler aber die zweite Vermutung: Er sucht Pilze für sein Abendessen. Aas hack!?
Von der Straße her hörte ich einen Ruf, dass auf dem Dach eines Hauses in Center-Nähe noch ein Geier sitzt. Direkt neben dem Kamin, wie ein Weihnachtsgeier, der Geschenke bringt. Das schönste Geschenk war aber seine Anwesenheit!!! Der Geier war gut versteckt und ich musste auf einen wackligen Auto-Anhänger hochklettern, um ihn überhaupt halbwegs sehen zu können.
Ein ruhiges, sonniges Plätzchen hatte sich der Gute da ausgesucht, mit bestem Blick auf Beli!
Kurz darauf kam wieder ein Geier angeflattert und landete mitten auf dem Dach der Pansion Tramontana neben dem Eko-Centar.
Total begeistert lief ich die Straße wieder zurück und lichtete auch diesen Geier aus allen Perspektiven ab.

Ob es auf den verschiedenen Dächern immer nur dieselben zwei, drei Geier waren, die sich vom Center nicht trennen konnten, oder immer unterschiedliche, das kann ich nicht sagen. Ist auch egal, hauptsache überall Geier Geier Geier ;-) Ein Geier konnte sich übrigens lange Zeit nicht von der Eck-Voliere trennen. Auch als ein anderer Geier nach etwa eineinhalb Stunden wieder zu der Voliere zurückkam und seinem Freund durch Auf- und Abflattern vor der Voliere helfen wollte, sprang der Geier immer wieder von der Holzstange herunter statt hinaus. Der freie Geier flatterte schließlich sogar auf die Plattform und direkt bis vor die Klappe, aber es nützte alles nichts, schnief. Erst weitere eineinhalb Stunden später, als alle Zuschauer aufgegeben hatten, schaffte auch der Letzte den Abflug.
Während der Geier-Fotosafari quer über die Dächer Belis musste ich an einen Reiseführer denken, den ich bereits Anfang des Jahres gelesen hatte. Dort stand, dass man in Beli die Gänsegeier sogar auf den Hausdächern sitzen sehen kann. Im Sommer hatte ich dieses Schauspiel leider nicht betrachten können und die Angestellten sagten mir, dass das auch sehr unwahrscheinlich ist. Bis heute!!! ;-) Geier, wohin man guckt!
Selbst als ich in der ersten Etage ins Bad gehen wollte und aus dem Fenster schaute, was sehe ich da!?!? Einen Geier!!! Im Tiefflug direkt über dem Garten und der Voliere.
Etwa eine Stunde vor dem Abendessen saßen mindestens vier zurückgekehrte Geier in Volieren-Nähe. Zwei obendrauf und zwei daneben. Ich war schon richtig aufgeregt, wo die Geier heute überall sitzen werden, denn erfahrungsgemäß werden sie die nächsten Tage in der Nähe bleiben. Nicht, dass alle elf auf einmal wieder in der Eck-Voliere sitzen, weil sie es hier doch viel schöner finden…
Nach dem Abendessen saßen wir noch im Gemeinschaftsraum zusammen und verabschiedeten zwei Helfer, die heute abreisen. Auf einmal der Hinweis, dass wir Nachrichten einschalten sollen. Um 19:30 Uhr ging es los, im Vorspann wurde an vierter Stelle ein Geier gezeigt. Gespannt warteten wir bis kurz vor 20 Uhr und da war er: Der Fernsehbericht von unserem Kamerateam über die Auswilderung – und ein paar Sätze aus meinem Interview! Ich war im Fernsehen!!! Und schwärmte ganz Kroatien vor, wie wunderschön und majestätisch ich Gänsegeier finde und wie sehr mich das Engagement des Eko-Centars zum Schutz dieser tollen Tiere begeistert…
Der gestrige Tag war also alles in allem mal wieder das Geier-Paradies auf Erden!!!
Bleibt vielleicht noch zu erwähnen, dass ich zu Beginn des Abendessens kurz nach draußen gerufen wurde und auf folgende mystische Szene hingewiesen wurde: Direkt über dem Eingang zum Gemeinschaftsraum, hoch oben auf dem Dach auf dem höchsten Schornstein, in fast völliger Dunkelheit, nur minimal beleuchtet durch den Lichtschein, der von vorne von der Straße kommt… saß ein Gänsegeier!!!

Samstag, 16. Oktober 2010

Wiedersehen unter Geiern - Catching griffons

Gestern war es so weit: Die elf im Jahr 2009 geretteten Gänsegeier wurden eingefangen und in den kleinen, abgesonderten Eckbereich der Voliere gesteckt, von wo aus sie heute ab in die Freiheit fliegen können.
Aber wie um alles in der Welt fängt man eigentlich einen Geier? Warten, bis der Kopf tief genug im Aas vergraben ist, und dann ein Netz drüberwerfen? Wäre möglich. Mir fällt da aber direkt noch eine andere Möglichkeit ein, nach der sogar ein amerikanischer Geier-Forschungs-Blog einer Ph.D.-Anwärterin aus Princeton (untersucht Geier in der Masai Mara) benannt ist: „Catch a Vulture by the Toe“. Hehe. Auch eine gute Idee! Hier im Eko-Centar Caput Insulae Beli (ECCIB) ging es den Geiern aber mit einem riesigen XXL-Schmetterlingsnetz an die Halskrause… Die elf Geier sollten bereits morgens eingefangen und von den restlichen zwölf Geiern getrennt werden. Nach Aussage der erprobten Angestellten würde das eine wilde Flatterei werden und „griffons will be everywhere“. Fantastisch!!! Schade, dass ich nicht noch schnell irgendwo in der Voliere eine Kamera installieren konnte. Auf geht’s zur wilden Geierjagd. Zu dieser Zeit stand das Eko-Centar Besuchern verständlicherweise nicht zur Verfügung. Aber wie unsere tägliche Aufgabenverteilungs-Anzeigetafel besagt, waren von 14 – 19 Uhr dann alle Gäste wieder herzlich willkommen. Der große Showdown am Samstag wird dann allerdings auch nur in „geschlossener Gesellschaft“ stattfinden, weil sich sehr viele Gäste aus Forschung und Unweltschutz inklusive Reporter angemeldet haben. Bühne frei für die „Stars in der Voliere“!!!
Jetzt aber genug der Reden: Wie sucht man denn nun elf bestimmte Geier aus einem Pulk von 23 heraus und fängt sie ein?
Dazu gab es vorab eine gründliche Lagebesprechung und eine genaue Aufgabenverteilung. Die Geier haben alle bestimmte Markierungen an ihren Krallen, woran man direkt erkennen kann welcher Geier zu den 2009ern gehört. Nebenbei, in einem meiner August-Artikel habe ich unter anderem diese elf Geier mit Namen, Bild und Markierung vorgestellt!
Jeweils zwei Leute sollten die Klappe zur Eck-Voliere bewachen, wo die elf auszuwildernden Geier die Nacht verbringen sollten, und die Tür zum Quarantäne-Bereich, in den die verbleibenden Geier vorläufig gestopft wurden. Ein Helfer kletterte auf die große Holzplattform, damit sich kein Geier dort verstecken kann, einer postierte sich auf dem kleinen Hügel, wo sich auch mal gerne ein Geierchen hin zurückzieht. Zwei weitere Helfer bezogen Posten auf der großen „Holztreppe“, wo sich alle Geier (leider verängstigt) zusammenkauerten. Sie sollten dann nach und nach die Geier erschrecken, damit sie losfliegen und wir eine Chance haben sie am Boden einzufangen. Eine Helferin übernahm das Abharken der eingefangenen Geier auf einer Liste und das Notieren des Gewichtes – JEDER Geier wurde nämlich auch zur Kontrolle gewogen. Außerdem bekamen die drei bisher unmarkierten Geier eine eigene Markierung um die Kralle. Die Utensilien dazu mussten aus dem Glastunnel angereicht werden.
Der Rest packte dort mit an, wo Not am Geier war. Ich gehörte genialerweise zur Einfang-Gruppe, bestehend aus Dr. Sc. Goran Sušić, Chef des Eko-Centars, und den Angestellten Bonk und Daria. Diese drei schnappten sich die aufgeschreckten Geier mit Hilfe des XXL-Schmetterlingsnetzes oder einer Decke, je nachdem wie viele Geier zeitgleich eingefangen werden „wollten“. Nach dem etwas unsanften Einfangen wurden die Geier „liebevoll auf den Arm genommen und lächelten geduldig für einige Fotos in die Kamera“.
Danach wurden sie in einen reißfesten Sack gesteckt und gewogen. Meine Aufgabe war es zunächst die ersten drei Geier (Torgos sowie zwei 2010er-Geier) zur Quarantäne-Kammer zu bringen und dort auszusetzen. Dazu hielten die beiden Wächter die Tür auf und der Geier sollte eigentlich brav aus dem geöffneten Sack rausklettern. War der Sack aber nicht weit genug geöffnet bzw. verhedderte sich eine Kralle in der Schnur des Sackes, so ging das alles nicht ganz so einfach über die Bühne. Ich sollte dazu sagen, dass diese Kammer auch nicht wirklich groß ist, so dass nach dem Aussetzen eines Geiers die Tür von den Wächtern natürlich ganz schnell wieder geschlossen werden musste, damit keiner abhaut. Aus diesem Grunde übernahm nach dem dritten Geier Goran die Quarantäne-Geier, während ich die elf 2009er-Geier in ihrer Eck-Voliere aussetzte.
Dazu schleppte ich den Geier im Sack zu einer großen Klappe, die durch zwei Helfer per Seile aufgezogen wurde. Ich kletterte schnell drunter durch, damit die Klappe nicht zu weit geöffnet werden musste. Vorher schon vorsichtig Sack-Schnur geöffnet, dann schnell den Sack in die Eck-Voliere gehoben und an einem Zipfel festgehalten. Manchmal sprang der Geier ratzfatz selber raus, manchmal musste ich ihn aus dem Sack rausschütteln. Sehr liebevoll natürlich!!! Sobald der Geier draußen war, schnell Sack und Kopf eingezogen und Klappe wieder zu.
Komisches Gefühl übrigens, als sich die kleine Eck-Voliere nach und nach mit Geiern füllte und ich für jedem weiteren Geier immer wieder halb in die Voliere reinklettern musste. Aber Sorgen habe ich mir nicht gemacht sondern drauf vertraut, dass die Geier mittlerweile wissen, dass ich nur ihr Bestes möchte ;-)
Wie bereits erwähnt waren drei Geier bisher nur mit einem Metallring versehen, hatten aber keine eigene Markierung mit Kennbuchstaben. Diese Geier wurden mit zwei Mann gepackt, wobei einer die zu markierende Kralle festhielt. Goran konnte dann mit Hilfe einer speziellen Zange die grüne Markierung um die Kralle schließen. Bei der Markierung eines Geiers habe ich auch mitgeholfen. Hm, heißt das jetzt eigentlich, dass ich mit einem Geier Händchen, ääähm, Kralle gehalten haben???
Wenn ein Geier gefangen wurde, so wurde immer seine Markierung laut vorgelesen, damit die Schreiberin sofort erkennen konnte, ob es ein 2009er-Geier ist oder nicht. Auf einmal der Ruf „CFJ“. BETTY!!! Bin natürlich direkt hingerannt, um sie mir aus der Nähe anzuschauen. Und im nächsten Moment wurde mein großer Traum war: Ich durfte Betty auf den Arm nehmen!!!
Natürlich habe ich sie durch Handschuhe und Jacke nicht gefühlt, aber ich konnte endlich einen Geier „kuscheln“ – und dann sogar meine eigene Patengeierin!!! Die Gute wiegt mittlerweile 9 kg, seit ihrer Rettung im Juli hat sie also knapp 2 kg zugenommen. Einen Geier schnappt man sich (wenn man ihn hingehalten bekommt) am besten zuerst am Hals und packt kurz hinterm Kopf kräftig zu. Zuckt der Kopf hin und her, dann hält man den Hals zu locker. Danach den anderen Arm um den Körper und die Flügel legen und mit der Hand schnell die beiden Beinchen des Geiers umschließen. Und schon hat man sich den Geier praktisch „unter den Arm geklemmt“! Das klingt vielleicht nach Quälerei, ist aber recht harmlos. Irgendwie müssen die Geier ja untersucht werden, damit man ihnen helfen kann… Ähm, räusper, weil ich es nicht übers Herz gebracht hatte richtig fest zuzupacken, konnte Betty recht bald eine Kralle aus meinem Griff befreien. Sie ist aber sehr brav geblieben!
Schweren Herzens musste ich Betty nach einigen Fotos wieder hergeben und auch in einen Sack stopfen. Goran brachte sie daraufhin zum Quarantäne-Bereich, weil sie ja noch bis zum nächsten Herbst im Eko-Centar bleiben wird.
Bei einem anderen Geier konnte ich mir die Gelegenheit nicht verkneifen und habe ihn kurz ohne Handschuh gestreichelt. Die Halskrause ist sehr weich und die Haut des Geiers schön warm. Was mich aber am meisten gewundert hat: Der weiße Flaum auf Kopf und Hals ist total flauschig! Ungefähr so wie bei einem Schaf, wenn man sich durch das verfilzte Zottelfell durchgräbt und dann in den Bereich kommt, wo das Fell direkt an der Haut ist und sich wunderbar flauschig-weich anfühlt…
Ich weiß gar nicht mehr wie lange das Geier-Einfangen gedauert hat. In jedem Fall hatten wir alle eine Menge Spaß – okay, die Geier wohl eher weniger – und es ereigneten sich viele lustige Momente. Ein ums andere Mal wurden wir halb umgeflattert oder von den Geiern mächtig ausgetrickst. Außerdem entwischten uns zwei geschickte Geier wieder, bevor wir sie in einen Sack stopfen konnten. Während Ohrengeier Torgos sich freiwillig als Erster hatte fangen lassen,
blieb Alt-Geier Pepina fast bis zum Schluss unantastbar. Sie hatte zwar sehr schnell Gefallen an einem unserer Helfer gefunden, allerdings genau an demjenigen, der eigentlich einen großen Bogen um alles macht, was Federn hat und noch lebt. Schlauer Geier also, denn so zögerte sich die Jagd hinaus. Wir vermuten aber, dass er einfach unsere Anwesenheit weiterhin genießen wollte. Wann treiben sich denn schon so viele Helfer so lange in der Voliere herum!? Letztendlich ließ sich Pepina dann nur von Goran persönlich OHNE Netz einfangen – ein Alt-Geier hat schließlich auch seinen Stolz!
Nachdem schließlich alle 23 Geier in die zwei getrennten Bereiche einsortiert waren, konnte ich von mir sagen, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes säckeweise Geier geschleppt habe!!!
Kaum war der letzte Geier aber gefangen und gewogen, so wurden die zwölf bleibenden Geier wieder in die große Voliere entlassen. Sie sollen ja nicht länger als nötig auf so engen Raum gepfercht sein. Pepina machte den Anfang und kurz darauf flogen auch die anderen Geier hinter ihm her. Nur Torgos ließ ein wenig auf sich warten, zog dann aber auch die große Voliere dem kleinen, dunklen Quarantäne-Raum vor.
Die elf anderen Geier hingegen müssen bis heute 12 Uhr noch in der kleinen Eck-Voliere aushalten, bevor sie ausgewildert werden. Vor lauter Aufregung durch die vielen Menschen und die ungewohnte Enge zofften sie sich um den Wassereimer, den wir ihnen in die Voliere gestellt hatten. Immer wieder kletterten sie dort rein und flatterten sich gegenseitig über den Haufen oder sprangen ins Netz. Schnief, das tat mir total leid!!! :-) Es hat aber auch seinen Sinn, denn so können die Geier ihre wiedergewonnene Freiheit hoffentlich kaum noch erwarten und fliegen sofort raus, sobald die Klappe in die Freiheit geöffnet wird. Erfahrungsgemäß bleiben nämlich normalerweise einige Geier gerne weiterhin in der Voliere, weil es da ja immer genug Futter gab und die Geier es dort doch eigentlich sehr gut haben. Als weiteren Anreiz nach draußen zu fliegen haben wir den Geiern gestern Morgen bereits ein Tiefkühlschaf auf die Plattform vor der Klappe gelegt. Hehe, hoffentlich ist das Schaf bis zur Auswilderung überhaupt noch dort, denn gestern Nachmittag kreisten bereits sechs wilde Gänsegeier im Tiefflug über dem Fresschen… Muss aber schon zugeben, dass ich mit den elf Geiern nicht tauschen möchte. Auf engem Raum eingesperrt und dann noch ein fettes Aas vor dem Schnabel, an das sie aber trotz langen Halses nicht rankommen können. Schnief. Irgendwie mies, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es seinen Zweck erfüllen und die Geier zum Fortfliegen bewegen wird. Und wenn die elf Gänsegeier dann endlich frei und gesund über dem Eko-Centar ihre Kreise ziehen, dann haben sich all die Arbeit und all die Opfer doch gelohnt!!!

Donnerstag, 14. Oktober 2010

CSI Beli - Kriminalfall "Aas hack"

Nachdem die deutsche Ermittlerin zur Unterstützung des CSI Beli am 09.10.2010 nach Kroatien angereist war, nahm sie am nächsten Tag sofort die Untersuchungen am Ort des Verbrechens auf. Die neuesten Knochenfunde lagen unberührt im Gras und konnten direkt begutachtet werden.
Bei der weiteren Untersuchung des Tatortes fielen mehrere Fellbüschel auf, die schon bald einem großen Schaffellhaufen in Knochennähe zugeordnet werden konnten. Die anschließende Laboruntersuchung anhand einer Vergleichs-Haarprobe fiel positiv aus.
Von den ausgelegten, toten Tieren geschweige denn vom Täter allerdings weit und breit keine Spur.
Um den Tathergang zu rekonstruieren, wurde um 14 Uhr desselben Tages eine weitere Tierleiche von besorgten Anwohnern gespendet und auf die übliche Steinplatte gelegt. Außerdem wurde ein Bein des Tieres an einem im Boden befestigten Metallring fixiert. Das CSI Beli und die deutsche Ermittlerin nahmen daraufhin einen Beobachtungsposten hinter verspiegeltem Glas ein und ließen die Szenerie nicht aus den Augen.
Hin und wieder tauchten große Vögel in der Nähe der Tierleiche auf. Diese blieb jedoch an Ort und Stelle. Etwa eine Stunde später konnten drei große, mysteriöse Schatten an einer nahe gelegenen Holzwand beobachtet werden, die den bisherigen gemeldeten Schatten verdächtig ähnlich sahen. Diese Schatten wurden zum weiteren Vergleich fotografiert, bevor sie genauso schnell wieder verschwanden, wie sie erschienen waren. Die Herkunft der Schatten konnte in diesem Moment leider nicht nachvollzogen werden. Aufgrund der Fotos und der zeitlichen Bestimmung der Sonneneinstrahlung sollte das CSI Beli jedoch schon bald in der Lage sein die Position und genaue Größe der Verursacher zu rekonstruieren.
Trotz Einbruch der Dämmerung und rapide absinkender Temperaturen blieben die Ermittler an Ort und Stelle. Bei völliger Dunkelheit gegen 19 Uhr mussten die Ermittlungen dann leider abgebrochen werden, weil das Verweilen vor Ort einstimmig als zu gefährlich eingestuft wurde.
Diese Annahme war scheinbar berechtigt, wie sich bereits am nächsten Morgen gegen 9 Uhr zeigte: Die Tierleiche war verschwunden und wie aus dem Nichts tauchten vereinzelte Knochen und ein fast vollständiges Gerippe eines auf dem Rücken liegenden, vierbeinigen Säugetieres am Tatort auf. Das Seil, mit dem die Tierleiche an dem Metallring befestigt war, lag schlaff auf dem Boden.
Nach gründlicher Untersuchung des Tatortes konnten – wie bereits in früheren Meldungen und Hinweisen geschildert – krallenartige Fußabdrücke und einzelne Federn sichergestellt werden. Diese Fundstücke wurden fotografiert, katalogisiert und werden im Labor weiteren Untersuchungen unterzogen.
CSI Beli und Verstärkung vermuten zur Zeit, dass es sich dabei lediglich um Federn und Fußabdrücke der großen Vögel handeln könnte, die bereits tagsüber in Leichennähe gesehen wurden. Einen direkten Tatzusammenhang sehen die Ermittler allerdings nicht, da sich diese Vögel stets sehr friedlich verhielten und in Beli gern gesehene Gäste sind.
Nach wie vor steht ganz Beli also immer noch vor einem großen, ungelösten Rätsel: Wer lässt hier immer wieder Tierleichen verschwinden und führt offenbar nicht nur das CSI Beli sondern auch die Unterstützung aus Deutschland geschickt an der Nase herum?

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Wiedersehen unter Geiern

ICH BIN WIEDER HIER!!! Zwei weiteren Wochen im Eko-Centar Caput Insulae Beli bei den wunderschoenen Gaensegeiern!!! Und meine Patengeierin Betty konnte ich auch direkt wieder bewundern - sie hat sich praechtig erholt und sie super aus! Ein Prachtgeier!
Internet-maeßig ist es hier diesmal leider sehr problematisch, deshalb werde ich mich nur selten mit Neuigkeiten melden koennen. Selbstverstaendlich reiche ich alle Artikel und massig Fotos hinterher nach ;-)
Erst einmal war ich sehr ueberrascht, dass hier zur Zeit mehr Leute als erwartet sind. Wir haben Helfer aus Neuseeland, der Ukraine, Frankreich, Oesterreich und natuerlich Kroatien. Man merkt aber dennoch, dass die Saison vorbei ist, denn Touristen lassen sich nur noch sporadisch blicken. Umso mehr Zeit also sich mit den huebschen Krummschnaebeln zu befassen. Die Faehren fahren mittlerweile nur noch selten und die Tage sind deutlich kuerzer, daher kam ich erst im Dunkeln hier an. Am zweiten Tag hatte ich noch frei und wurde nach dem Fruehstueck direkt von zwei wilden Gaensegeiern begruesst, die ueberm Center kreisten. Kurz nach dem Mittagessen durfte ich dann direkt ein Tiefkuehl-Schaf auslegen. Die mittlerweile 23 Geier hat das offensichtlich sehr gefreut, denn keine zehn Minuten spaeter ging das Aas hack bereits los!
Montag waere nachmittags Touristenbetreuung gewesen, aber keine Touristen da. Fuer diesen Fall basteln wir Souveniers und Geschenk-Tueten. Außerdem fallen immer wieder Kleinigkeiten an und die Geier wollen natuerlich rund um die Uhr bewundert werden. Morgens war ich uebrigens am Strand, alles menschenleer.
Am Dienstag bin ich nach dem Fruehstueck los zum großen Labyrinth des gruenen Eco-Trails. Schon unterwegs sah ich zwei wilder Geier, aber sie waren viel zu weit weg. Am Labyrinth angekommen genoss ich die Sonne, das ploeppende Geraeusch herabfallender Eicheln und suchte mir meinen Weg durchs Labyrinth. Auf einmal taucht direkt ueber den Baumwipfeln des Plateaus ein riesiger Gaensegeier auf und kreist ueber mir. Traumhaft!!! Nachmittags sammelten wir im Wald Holz fuer Zaeune, Moebel und den Kamin.
Heute war ich dann mit Hausputz an der Reihe und konnte danach mit zur Stadt Cres fahren, wo wir ein Tiefkuehl-Lamm fuer die Geier abholen wollten. Auf der Heimfahrt kreisten ploetzlich sechs Geier ueber uns, kurz hinter der Stelle, wo die Insel Cres im Norden am schmalsten ist. Wir hielten kurz an und auf einmal war der Himmel schwarz!!! Ich konnte insgesamt 15 Gaensegeier zaehlen, wahnsinn!!! Mit sowas schoenem hatte ich bei der Fahrt gar nicht gerechnet. Ein paar Meter weiter, am Futterplatz fuer wilde Geier, warfen wir direkt ein Stueck Lamm ueber die Klippen den Hang runter. Wir sind dann aber sofort weiter gefahren, um die Geier nicht zu stoeren.
Fuer Gaensegeier-Begeisterte ist Beli also auch im Herbst, außerhalb der Saison, ein wahres Geier-Paradies!!!

Freitag, 8. Oktober 2010

Leichenspürgeier Sherlock

Mitte Juli wurde in den Medien und auf meinem Blog von „Sherlock“ berichtet, dem geflügelten Star aus dem Weltvogelpark Walsrode.
© Thorsten Rieck - www.zweiweltenbummler.de
Sherlock ist ein Truthahngeier, der über einen beeindruckenden Geruchssinn verfügt. Diese Eigenschaft wollte sich vor Jahren schon ein Kaiserslauterer Polizeibeamter aus der Vermissten-Stelle zu Nutze machen. Nachdem er durch die BBC-Reportage „Das Leben der Vögel“ auf die Geruchs-Spitzenleistungen von Geiern aufmerksam wurde, reichte er einen „betriebsinternen Verbesserungsvorschlag“ ein. Doch der Vorschlag Geier zur Leichensuche einzusetzen wurde nur belächelt und nicht weiter verfolgt.
2009 wurde die Idee schließlich wieder aufgewärmt und Rainer Herrmann, Kriminalhauptkommissar vom Kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover, nahm sich dieses Spezial-Projektes an. Er wandte sich an Tiertrainer German Alonso, der im Weltvogelpark Walsrode den aus dem Prager Zoo stammenden Truthahngeier Sherlock für die Vogel-Flugshow trainiert.
Truthahngeier werden etwa 70 cm groß, bis zu 2 kg schwer und erreichen eine Flügelspannweite bis zu 1,80 m. Ihr Gefieder ist braun-schwarz glänzend und der Kopf ist wie bei einem Truthahn klein, nackt, rot und faltig. Als Neuweltgeier leben sie in weiten Teilen Nord- und Südamerikas und ernähren sich von Aas.
German Alonso war an dem Projekt sofort interessiert und nach knapp zwei Monaten Sondertrainings spürte Sherlock auf einem 30 Quadratmeter großen Rasenstück auf Kommando eine Leichenattrappe auf.
Das Training wurde intensiviert und das Aufspüren von Leichenattrappen mit einer Erfolgsquote von mittlerweile 99 % wurde bald fester Bestandteil der Vogel-Flugshow in Walsrode! Sherlock wird auf mehrere Schlüsselreize konditioniert: So werden entweder Stücke von Leichentüchern in Rasenlöchern versteckt oder in gelben Plastikbechern, die mit einer Beutetier-Attrappe beklebt sind. Als Belohnung bekommt Sherlock ein Stück Rinderherz.
© Thorsten Rieck - www.zweiweltenbummler.de
© Thorsten Rieck - www.zweiweltenbummler.de

Einziges Problem: Meistens läuft Sherlock auf der Suche nach den Leichentüchern nur über den Rasen, anstatt die Suche aus der Luft aufzunehmen.
© Thorsten Rieck - www.zweiweltenbummler.de

In einem echten Kriminalfall würde die Leichensuche dadurch natürlich viel zu lange dauern. Einzelne Truthahngeier sind normalerweise eher „Schissgeier“ was das Fliegen betrifft. Sie brauchen große Gruppen von Artgenossen, um sich gegenseitig beim in-die-Lüfte-Schwingen zu unterstützen. Einmal in der Luft sind sie dann aber umso effektiver, wenn sie in Schwärmen – immer in Sichtkontakt – auf Aas-Suche gehen.
Aus diesem Grunde wurde nach weiteren zahmen Truthahngeiern Ausschau gehalten. Da diese Geier-Art in Zoos aber sehr selten gehalten wird, erwies sich die Suche als sehr schwierig. Letztendlich war es der österreichische Vogelpark Turnersee, der im Juli 2010 zwei weiße, flauschige Truthahngeier-Küken in die Obhut des Weltvogelparks Walsrode übergab. Damit wurde der Grundstein für die „Flugstaffel Walsrode“ gelegt. Zusammen mit Leitvogel Sherlock nehmen die Junggeier das Polizei-Training auf und werden hoffentlich schon bald genau so fit wie ihr Anführer sein. Wann die Truthahngeier-Staffel wirklich für die Leichensuche einsatzbereit ist und ob die Polizei tatsächlich auf ihre Hilfe zurückgreifen wird steht noch nicht definitiv fest. Bis dahin müssen noch einige Dinge erforscht und geklärt werden. Zum Beispiel die Frage, ob Geier tatsächlich Menschenleichen von Tierleichen am Geruch unterscheiden können. Nicht, dass sie nachher über jedem totgefahrenen Tier ihre Kreise ziehen. Sollten die Geier jedoch zum Einsatz kommen, so werden sie mit GPS-Sendern ausgestattet und können in kürzerer Zeit wesentlich größere Suchgebiete überfliegen als Polizeihunde vom Boden aus durchsuchen könnten.

© Thorsten Rieck - www.zweiweltenbummler.de

Natürlich hätte es mich interessiert Sherlock persönlich kennenlernen zu können. Aus der Presseabteilung des Weltvogelparks Walsrode erhielt ich Anfang September jedoch folgenden Antwort: „Sherlock ist derzeit leider nicht vor den Kulissen zu sehen. Normalerweise ist er fester Bestandteil der Flugshow, und es wird täglich mit ihm geübt. Aufgrund der vielen Drehtermine etc. in letzter Zeit, gönnen wir ihm derzeit eine Pause. Er wird voraussichtlich erst wieder zum Start der kommenden Saison Mitte März zu sehen sein.“ Hehe, soviel Ruhm sei ihm gegönnt!!!
Ich werde meinen ersten Besuch in Walsrode also auf das Frühjahr 2011 verschieben müssen. Bis dahin werde ich die Entwicklung der Aas- Patrouille hoffentlich auch aus der Ferne weiter verfolgen können.

Mein herzlicher Dank für die Nutzungsrechte der tollen Fotos von Sherlock geht an Fotograf Thorsten Rieck - www.zweiweltenbummler.de

Donnerstag, 7. Oktober 2010

CSI Beli - Kriminalfall "Aas hack"

In den vergangenen Wochen wurden im Eko-Centar Caput Insulae Beli, Kroatien, immer weitere mysteriöse Knochenfunde in einer großen Vogel-Voliere entdeckt. Die Ermittlungen des CSI Beli im Kriminalfall „Aas hack“ laufen zwar weiterhin auf Hochtouren, jedoch konnte nach wie vor noch kein Täter ermittelt werden. Aus diesem Grunde wird in Kürze eine deutsche Ermittlerin nach Beli reisen, um sich vor Ort einen Überblick über die aktuelle Situation zu verschaffen und das CSI Beli zu unterstützen. Vielleicht findet sie weitere Indizien, die zur Lösung des Falles beitragen können, oder kann den Täter sogar auf frischer Tat ertappen!?Sobald neue Hinweise bekannt sind, werde ich die Öffentlichkeit in jedem Fall an dieser Stelle informieren!

Dienstag, 5. Oktober 2010

Geier-Safari in Namibia

Vor Kurzem erreichten mich einige Geier-Bilder aus der Etosha-Pfanne Namibias. Einem Safari-Teilnehmer meines Stamm-Reisebüros ist dort nämlich ein Ohrengeier-Pärchen vors Objektiv geflattert, das selbstverständlich einen Ehrenplatz auf dieser Seite erhält.

© U. Bornschein

Außerdem konnte eine Ansammlung von Gänsegeiern auf einem unidentifizierbaren Kadaver in der Steppe beobachtet werden sowie eine weitere Gruppe Geier, die sich in unmittelbarer Nähe im Schatten eines Baumes aufhielten.

© U. Bornschein

Es freut mich sehr, dass endlich nicht mehr nur die "Big Five" auf Safaris Beachtung finden, sondern auch die sonst so oft missachteten Krummschnäbel.

© U. Bornschein

Mein bester Dank für diese geierhaften Urlaubsimpressionen geht ans DERPART Mercator Reisebüro in Duisburg!!