Bereits vor einigen Tagen entdeckte ich online den interessanten Bericht "Hunters should stop using lead bullets and help save the vultures". Umso überraschter war ich, als gestern auch in den Deutschen Nachrichten ein ähnlicher Bericht erschien: "Blei im Aas - Warum in Afrika so viele Geier sterben".
Veröffentlich wurden die Ergebnisse einer Studie, die in den letzten 4 Jahren an Weißrückengeiern in Botswana durchgeführt wurde. Diese Geierart ist stark gefährdet und könnte ich wenigen Jahren ausgestorben sein. Während der Studie wurde das Blut von fast 600 Individuen untersucht. Diese Geier wurden sowohl während als auch außerhalb der Jagdsaison untersucht und ebenso in Jagdgebieten wie auch in Jagd-freien Zonen. Bei einem Drittel der untersuchten Proben wurde ein deutlich erhöhter Bleigehalt im Blut nachgewiesen - vor allem bei den Geiern, die während der Jagdsaison und in Jagdgebieten untersucht wurden. Daraus lässt sich schließen, dass die bleihaltige Munition von Jägern, Jagdtourismus und Großwildjagd höchstwahrscheinlich einen wesentlichen Einfluss auf die Geier hat.
Wird ein Tier erschossen, so verteilen sich Fragmente der bleihaltigen Munition im gesamten Tierkadaver. Häufiger werden die Kadaver oder zumindest die Innereien von Jägern für die Geier und andere Aasfresser liegen gelassen. Schlingen sich die Geier nun hungrig den Kropf voll, so verschlucken sie häufig diese Fragmente und das Blei gelangt in ihren Blutkreislauf. Nicht selten führt diese zu einer Bleivergiftung, an der die Geier elendig sterben können. Bei VulPro in Südafrika habe ich bereits mehrfach Geier mit Bleivergiftung behandelt. Es ist ein wirklich jämmerlicher Anblick, wenn der Geier mitten im Laufen auf die Seite fällt oder sich rückwärts um die eigene Achse dreht. Die Geier wirken von einem Moment auf den anderen völlig apathisch und auf jeden guten Tag folgen mindestens zwei schlechte. Nur bei schneller Behandlung gibt es eine Chance, dass der Geier wieder ausgewildert werden kann. Es gab aber auch schon Fälle, wo sich die Behandlung über viele Monate erstreckt. Danach ist der Geier natürlich zu sehr an den Menschen gewöhnt, so dass er nur noch für ein Brutprogramm genutzt aber nicht mehr freigelassen werden kann.
Dass Blei schädlich für Geier ist, zeigte sich in den 80er-Jahren, als der Kalifornische Kondor bis auf wenige Exemplare praktische ausgestorben war. Schuld daran waren nicht nur Abschuss, sondern hauptsächlich Bleivergiftung nach dem Verzehr kontaminierter Kadaver. Nur mit einem umfangreichen Schutzprogramm, Brutzentren und Verbot von bleihaltiger Munition in vielen Verbreitungsgebieten des Kondors ließ sich dieser prachtvolle Geier wieder an den Himmel zurückholen. Aber auch heute ist sein Bestand noch sehr gering und kritisch. Sofern möglich werden daher alle Kalifornischen Kondore zweimal im Jahr eingefangen und auf ihren Bleigehalt im Blut getestet. Ist der Gehalt zu hoch, so muss der Geier unverzüglich behandelt werden. Überlebt der Geier eine Bleivergiftung, so kann die Nachwirkung dennoch verheerend sein. So wurden bereits Beeinträchtigungen des Brutverhaltens und der Reproduktionsrate festgestellt.
Mittlerweile haben 29 Länder des stark bejagten Afrikanischen Kontinents einen Pakt zum Schutz vor Bleivergiftung unterschrieben und Blei-haltige Munition verboten. Dafür werden vermehrt Kupfergeschosse oder Kupferlegierungen genutzt. Botswana hat sich diesem Pakt bisher allerdings noch nicht angeschlossen.
Die Studie untersuchte auch die Auswirkungen eines Gesetzes, das seit 2014 die Jagd auf regierungseigenem Land verbietet. Allerdings ist sie weiterhin auf Privatfarmen erlaubt, auf denen häufig Jagdsafaris angeboten werden. Es stellte sich heraus, dass sich Geier vermehrt in der Nähe dieser Farmen aufhalten, weil sie dort genügend Futter finden können. Dementsprechend ist der Bleigehalt im Geierblut trotz großflächigen Jagdverbotes in Botswana sogar gestiegen! Hier muss definitiv ein Umdenken geschehen und ebenfalls der Einsatz Blei-haltiger Munition verboten werden!!!
Bleivergiftung mag zwar nicht Ursache Nr.1 für das Massensterben Afrikanischer Geier sein - aber eine Ursache, die leicht abzustellen ist!
Montag, 19. März 2018
Sonntag, 18. März 2018
Truthahngeier in Burgers' Desert
Bei eisiger Kälte machten Schwesti und ich heute einen Ausflug zum Burgers Zoo in geheimer Mission. Die Huftiere blieben bei Minusgraden sicher in den Ställen und wir waren froh, dass wir uns sowieso hauptsächlich in den Hallen aufhalten wollten. Vor allem natürlich in der Wüstenhalle "Burgers' Desert", wo seit vielen Jahren wunderschöne Truthahngeier frei herumflattern.
Wie immer war es nicht einfach sie unter der Hallendecke halbwegs vorteilhaft zu fotografieren, vor allem wenn sie im Gegenlicht saßen. Aber ein paar Bilder sind was geworden.
Die Wüstenhalle ist einfach eine tolle Kulisse und absolut geierwürdig!
Suchbild: Wo versteckt sich der Truthahngeier?
Geier kurz vorm Abflug.
Po rein, Brust raus! Eine stolze Erscheinung!
Geier im Anflug.
Eine seltene Species: Die Mickey Mouse Kaktee ;-)
Truthahngeier bei der morgendlichen Gefiederpflege.
Balanceakt.
Die ganze Zeit wartete ich darauf die Geier einmal im Flug zu erwischen. Aber natürlich drehten sie nur ihre Kreise, wenn Schwesti und ich mit unserer geheimen Mission beschäftigt waren.
Als die Sonne rauskam, gab ich den Geiern einen Tipp: Auf dem großen Felsen auf der anderen Seite der Halle könnten sie hervorragend ihre Flügel zum Sonnenbaden ausbreiten, wie es "normale" Truthahngeier bei den ersten warmen Sonnenstrahlen vormachen würden. Als hätte der Geier mich gehört, da schwang er sich in die Luft, drehte drei riesige, elegante Kreise durch die Halle und landete auf dem großen Felsen.
Der zweite Geier tat es ihm gleich und flatterte hinterher.
Nur wenige Augenblicke später breitete einer der Geier seine beeindruckenden Schwingen aus und genoss sein Sonnenbad.
Hier schön zu erkennen: Das Loch oberhalb des Schnabels. Truthahngeier haben keine Nasenscheidewand wie wir Menschen und viele andere Tiere. Es wird gesagt, dass sie dadurch hervorragend riechen können.
Auch auf der anderen Seite der Halle breitete ein weiterer Geier seine Flügel aus. In der Wüstenhalle könnte ich stundenlang abhängen und die Truthahngeier beobachten.
Alle drei Truthahngeier auf einem Felsen vereint.
Ob der Geier hier für das Info-Schild Modell gestanden hat?
Mittagsschläfchen.
Zitternd und bibbernd besuchten wir auch die Mönchsgeier im Außenbereich.
Zwar konnten wir nur einen der riesigen Geier im Nest sitzen sehen, aber ich hoffe, dass der zweite im Nesttrichter geduckt mit Brüten beschäftigt ist und deshalb nicht zu sehen war.
Leider kam beim Anblick der neuen Burgers' Mangroven Halle die alte Wehmut zurück, weil für diese Halle unter anderem das Königsgeier-Gehege weichen musste und die königlichen Geschöpfe an andere Zoos abgegeben wurden. Dennoch ist die Mangrovenhalle klasse, vor allem die Schlammlandschaft mit den zahllosen Winkerkrabben. Die Männchen haben jeweils eine riesig ausgeprägte Schere, mit der sie fleißig winken, um das Weibchen zu beeindrucken. Dabei kann es rechtsscherige und linksscherige Krabben geben.
Auch die vielen bunten Schmetterlinge...
...und die liebenswerten Seekühe sind einen Besuch wert!
Die tolle Deko im Zoorestaurant gab ungeahnt einen Vorgeschmack auf das Highlight des Tages.
Obwohl sie nachtaktiv sind, war ein Erdferkel auch mittags überraschend aktiv und lief immer wieder in seinem Gehege in der Tropenhalle auf und ab. So lange konnte ich noch nie ein Erdferkel bei Tageslicht beobachten!!!
Ich find Erdferkel einfach nur formvollendet niedlich! Die süße Schnauze und die perfekten Ohren, einfach knuffige Geschöpfe!!!
Ich konnte mich gar nicht mehr sattsehen!!!
Ein wirklich toller Ausflug und beste Grüße an meine liebe Schwesti!!!
Wie immer war es nicht einfach sie unter der Hallendecke halbwegs vorteilhaft zu fotografieren, vor allem wenn sie im Gegenlicht saßen. Aber ein paar Bilder sind was geworden.
Die Wüstenhalle ist einfach eine tolle Kulisse und absolut geierwürdig!
Suchbild: Wo versteckt sich der Truthahngeier?
Geier kurz vorm Abflug.
Po rein, Brust raus! Eine stolze Erscheinung!
Geier im Anflug.
Eine seltene Species: Die Mickey Mouse Kaktee ;-)
Truthahngeier bei der morgendlichen Gefiederpflege.
Balanceakt.
Die ganze Zeit wartete ich darauf die Geier einmal im Flug zu erwischen. Aber natürlich drehten sie nur ihre Kreise, wenn Schwesti und ich mit unserer geheimen Mission beschäftigt waren.
Als die Sonne rauskam, gab ich den Geiern einen Tipp: Auf dem großen Felsen auf der anderen Seite der Halle könnten sie hervorragend ihre Flügel zum Sonnenbaden ausbreiten, wie es "normale" Truthahngeier bei den ersten warmen Sonnenstrahlen vormachen würden. Als hätte der Geier mich gehört, da schwang er sich in die Luft, drehte drei riesige, elegante Kreise durch die Halle und landete auf dem großen Felsen.
Der zweite Geier tat es ihm gleich und flatterte hinterher.
Nur wenige Augenblicke später breitete einer der Geier seine beeindruckenden Schwingen aus und genoss sein Sonnenbad.
Hier schön zu erkennen: Das Loch oberhalb des Schnabels. Truthahngeier haben keine Nasenscheidewand wie wir Menschen und viele andere Tiere. Es wird gesagt, dass sie dadurch hervorragend riechen können.
Auch auf der anderen Seite der Halle breitete ein weiterer Geier seine Flügel aus. In der Wüstenhalle könnte ich stundenlang abhängen und die Truthahngeier beobachten.
Alle drei Truthahngeier auf einem Felsen vereint.
Ob der Geier hier für das Info-Schild Modell gestanden hat?
Mittagsschläfchen.
Zitternd und bibbernd besuchten wir auch die Mönchsgeier im Außenbereich.
Zwar konnten wir nur einen der riesigen Geier im Nest sitzen sehen, aber ich hoffe, dass der zweite im Nesttrichter geduckt mit Brüten beschäftigt ist und deshalb nicht zu sehen war.
Leider kam beim Anblick der neuen Burgers' Mangroven Halle die alte Wehmut zurück, weil für diese Halle unter anderem das Königsgeier-Gehege weichen musste und die königlichen Geschöpfe an andere Zoos abgegeben wurden. Dennoch ist die Mangrovenhalle klasse, vor allem die Schlammlandschaft mit den zahllosen Winkerkrabben. Die Männchen haben jeweils eine riesig ausgeprägte Schere, mit der sie fleißig winken, um das Weibchen zu beeindrucken. Dabei kann es rechtsscherige und linksscherige Krabben geben.
Auch die vielen bunten Schmetterlinge...
...und die liebenswerten Seekühe sind einen Besuch wert!
Die tolle Deko im Zoorestaurant gab ungeahnt einen Vorgeschmack auf das Highlight des Tages.
Obwohl sie nachtaktiv sind, war ein Erdferkel auch mittags überraschend aktiv und lief immer wieder in seinem Gehege in der Tropenhalle auf und ab. So lange konnte ich noch nie ein Erdferkel bei Tageslicht beobachten!!!
Ich find Erdferkel einfach nur formvollendet niedlich! Die süße Schnauze und die perfekten Ohren, einfach knuffige Geschöpfe!!!
Ich konnte mich gar nicht mehr sattsehen!!!
Ein wirklich toller Ausflug und beste Grüße an meine liebe Schwesti!!!
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Truthahngeier
Donnerstag, 15. März 2018
Geier in der Abenddämmerung
Auf dem Weg zum Yucatán-Vortrag in der Afrika-Lodge des Zoo Duisburg kam ich heute praktischerweise an den beiden Gänsegeier-Gehegen vorbei. Natürlich konnte ich mir einen kurzen Stopp nicht verkneifen.
Bei Papageier und seiner Dame konnte ich direkt einen Blick aufs Geier-Ei erhaschen...
...während die beiden Ausquartierten das Ei unterm Gefieder versteckt hatten.
Auch wenn der Besuch nur kurz war, ich fand es schön die brütenden Geierpaare wiederzusehen!
Aber damit nicht genug: Beim sehr gelungenen Erlebnisbericht zu Yucatán wurden unter anderem sogar Bilder von Rabengeiern und Truthahngeiern gezeigt. Ein wirklich toller und informativer Abend!!!
Bei Papageier und seiner Dame konnte ich direkt einen Blick aufs Geier-Ei erhaschen...
...während die beiden Ausquartierten das Ei unterm Gefieder versteckt hatten.
Auch wenn der Besuch nur kurz war, ich fand es schön die brütenden Geierpaare wiederzusehen!
Aber damit nicht genug: Beim sehr gelungenen Erlebnisbericht zu Yucatán wurden unter anderem sogar Bilder von Rabengeiern und Truthahngeiern gezeigt. Ein wirklich toller und informativer Abend!!!
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Zoo Duisburg
Sonntag, 11. März 2018
Ein kleines, großes Wunder!!!
Trotz üblen Muskelkaters und müder Knochen habe ich mich heute in den Zoo Duisburg geschleppt. Eigentlich wollte ich nur schlafen, aber mein inneres Geier-GPS ließ mich pausenlos an die beiden ausquartierten Gänsegeier denken, die letzte Woche so fleißig mit ihrem Nestbau beschäftigt waren. Ich würde es mir nicht verzeihen, wenn die beiden plötzlich ein zweites Ei gelegt hätten und ich nichts davon erfahren würde.
Zunächst ging ich aber bei Papageier und seiner Dame vorbei. Während sie im Nest das Ei bebrütete, lag er direkt neben ihr und wachte über seine kleine "Familie".
Perlhuhn im Schweinsgalopp...
... und bei einem mehr oder weniger eleganten Kunstflug.
Die beiden Gänsegeier ließen sich von den Perlhühnern nicht sonderlich beeindrucken.
Diesmal wollte ich unbedingt bleiben, bis ich das Ei sehen kann. Aber heute waren auch die Temperaturen sehr gemütlich; nix im Vergleich zu letzter Woche! Papageier war zwischendurch ein wenig unentschlossen, stand auf, setzte sich, humpelte zwei Schritte weiter, setzte sich wieder...
Nach etwa 15 Minuten stand Mamageier schließlich auf und ich konnte das Geier-Ei bewundern.
Liebevoll rollte sie es mit ihrem großen Schnabel im Nest herum, damit sich der kleine Minigeierembryo gut entwickeln kann.
Und schnell wieder gemütlich aufs Ei kuscheln.
Die Marabus hielten sich auf der anderen Seite des Geheges auf. Zu schade, dass sie nicht brüten. Ich würde total gerne beobachten, wie ein süßes Marabu-Küken großgezogen wird!
Nachdem ich das Ei gesehen hatte, ging ich direkt weiter zu den beiden Ausquartierten. Einer saß neben dem trockengelegten Geierpool...
...und der andere lag eindeutig brütend im Nest!!! Wahnsinn!!! Diese Pose ist eindeutig, da muss einfache in Ei drunter liegen!!!
Zum Glück hielten mich die Geier nicht lange im Ungewissen und schon bald stand der brütende Geier auf! Zum Vorschein kam ein wunderschönes, großes Geier-Ei!!! Damit haben die beiden tatsächlich das Wunder verbracht ein zweites Ei nachzulegen!!! Auch wenn ich so sehr drauf gehofft hatte, bis zu diesem komischen Gefühl heute Vormittag hätte ich nicht gedacht, dass sie es tatsächlich schaffen!!! Ein Glück, dass ich auf mein inneres Geier-GPS vertraut hatte und heute doch noch in den Zoo gefahren bin!!!
Die meisten Geierarten legen bewusst nur ein Ei, weil der Geierkörper jede Menge Calcium-Vorräte für die Ei-Ablage braucht. Diese Vorräte können sie nur anlegen, wenn sie vorher die passende Nahrung finden. Ein weiterer Grund für den Verzicht auf mehrere Eier ist der häufige Mangel an Aas. Es ist schwer genug einen Junggeier und sich selber zu versorgen, so dass ein weiteres Küken natürlich die doppelte Belastung für die Geiereltern ist. Es muss ja immer ein Elterngeier am Nest bleiben, um die Küken zu beschützen. Erst wenn der Partnergeier mit vollem Kropf zurück ist, kann der andere losfliegen und Nahrung suchen. Bei zwei und mehr Küken sinkt die Überlebenschance für alle. Bartgeier legen gerne mal zwei Eier, aber sobald die Küken geschlüpft sind, kommt es nicht selten zum Kainismus - der Tötung des Geschwisterchens. Dabei wird entweder das Geschwisterküken vom Futter abgedrängt, so dass es langsam verhungert. Oder es wird direkt attackiert oder sogar aus dem Nest geschubst. Es klingt und ist grausam, aber damit erhöht sich die Chance, dass zumindest ein Küken erfolgreich großgezogen wird! Bei Schmutzgeiern hingegen werden nicht selten zwei oder sogar drei Küken großgezogen. Das liegt unter anderem daran, dass Schmutzgeier praktisch Allesfresser sind und sich sogar von menschlichen Abfällen ernähren können. Damit ist die Chance recht groß, dass sie genug Futter für alle finden.
Verlieren größere Geierarten wie der Gänsegeier jedoch in frühem Stadium ein Ei (oder wird es in Brutcentren gezielt entfernt und im Inkubator weiter bebrütet), so können sie nach einigen Wochen ein weiteres Ei nachlegen. Dies ist sehr anstrengend für die Tiere und erfordert viele Calcium-Reserven, aber es ist möglich. Ich glaube im Zoo Duisburg ist dies zum ersten Mal geglückt!!! Herzlichen Glückwunsch an das süße Geierpaar und vielen Dank an die Tierpfleger für die vorbildliche Unterstützung!!!
Obwohl das Nest sehr ansehnlich ist, wird weiterhin fleißig Nistmaterial angeschleppt!
Während der eine Geier brütet, baut der andere weiter am Eigenheim.
Ich bin mir bei den beiden ausquartierten Gänsegeier nie sicher wer wer ist, aber ich glaube, dass hier das Muttertier wütend Richtung Partner fauchte.
Trotzdem hüpfte sie wenige Minuten später aus dem Nest und überließ ihm das Ei.
Süßer Langhals!
Da ich nicht weiß, wann das Ei genau gelegt wurde (irgendwann zwischen dem 04.03. und 10.03.), bin ich mir nicht sicher, wann genau der Schlupftag ist. Mit heutigem Datum und 54 Tage Brutzeit müsste das Küken also spätestens am 04.05.2018 geschlüpft sein! Toi toi toi!!!
Zunächst ging ich aber bei Papageier und seiner Dame vorbei. Während sie im Nest das Ei bebrütete, lag er direkt neben ihr und wachte über seine kleine "Familie".
Perlhuhn im Schweinsgalopp...
... und bei einem mehr oder weniger eleganten Kunstflug.
Die beiden Gänsegeier ließen sich von den Perlhühnern nicht sonderlich beeindrucken.
Diesmal wollte ich unbedingt bleiben, bis ich das Ei sehen kann. Aber heute waren auch die Temperaturen sehr gemütlich; nix im Vergleich zu letzter Woche! Papageier war zwischendurch ein wenig unentschlossen, stand auf, setzte sich, humpelte zwei Schritte weiter, setzte sich wieder...
Nach etwa 15 Minuten stand Mamageier schließlich auf und ich konnte das Geier-Ei bewundern.
Liebevoll rollte sie es mit ihrem großen Schnabel im Nest herum, damit sich der kleine Minigeierembryo gut entwickeln kann.
Und schnell wieder gemütlich aufs Ei kuscheln.
Die Marabus hielten sich auf der anderen Seite des Geheges auf. Zu schade, dass sie nicht brüten. Ich würde total gerne beobachten, wie ein süßes Marabu-Küken großgezogen wird!
Nachdem ich das Ei gesehen hatte, ging ich direkt weiter zu den beiden Ausquartierten. Einer saß neben dem trockengelegten Geierpool...
...und der andere lag eindeutig brütend im Nest!!! Wahnsinn!!! Diese Pose ist eindeutig, da muss einfache in Ei drunter liegen!!!
Zum Glück hielten mich die Geier nicht lange im Ungewissen und schon bald stand der brütende Geier auf! Zum Vorschein kam ein wunderschönes, großes Geier-Ei!!! Damit haben die beiden tatsächlich das Wunder verbracht ein zweites Ei nachzulegen!!! Auch wenn ich so sehr drauf gehofft hatte, bis zu diesem komischen Gefühl heute Vormittag hätte ich nicht gedacht, dass sie es tatsächlich schaffen!!! Ein Glück, dass ich auf mein inneres Geier-GPS vertraut hatte und heute doch noch in den Zoo gefahren bin!!!
Die meisten Geierarten legen bewusst nur ein Ei, weil der Geierkörper jede Menge Calcium-Vorräte für die Ei-Ablage braucht. Diese Vorräte können sie nur anlegen, wenn sie vorher die passende Nahrung finden. Ein weiterer Grund für den Verzicht auf mehrere Eier ist der häufige Mangel an Aas. Es ist schwer genug einen Junggeier und sich selber zu versorgen, so dass ein weiteres Küken natürlich die doppelte Belastung für die Geiereltern ist. Es muss ja immer ein Elterngeier am Nest bleiben, um die Küken zu beschützen. Erst wenn der Partnergeier mit vollem Kropf zurück ist, kann der andere losfliegen und Nahrung suchen. Bei zwei und mehr Küken sinkt die Überlebenschance für alle. Bartgeier legen gerne mal zwei Eier, aber sobald die Küken geschlüpft sind, kommt es nicht selten zum Kainismus - der Tötung des Geschwisterchens. Dabei wird entweder das Geschwisterküken vom Futter abgedrängt, so dass es langsam verhungert. Oder es wird direkt attackiert oder sogar aus dem Nest geschubst. Es klingt und ist grausam, aber damit erhöht sich die Chance, dass zumindest ein Küken erfolgreich großgezogen wird! Bei Schmutzgeiern hingegen werden nicht selten zwei oder sogar drei Küken großgezogen. Das liegt unter anderem daran, dass Schmutzgeier praktisch Allesfresser sind und sich sogar von menschlichen Abfällen ernähren können. Damit ist die Chance recht groß, dass sie genug Futter für alle finden.
Verlieren größere Geierarten wie der Gänsegeier jedoch in frühem Stadium ein Ei (oder wird es in Brutcentren gezielt entfernt und im Inkubator weiter bebrütet), so können sie nach einigen Wochen ein weiteres Ei nachlegen. Dies ist sehr anstrengend für die Tiere und erfordert viele Calcium-Reserven, aber es ist möglich. Ich glaube im Zoo Duisburg ist dies zum ersten Mal geglückt!!! Herzlichen Glückwunsch an das süße Geierpaar und vielen Dank an die Tierpfleger für die vorbildliche Unterstützung!!!
Obwohl das Nest sehr ansehnlich ist, wird weiterhin fleißig Nistmaterial angeschleppt!
Während der eine Geier brütet, baut der andere weiter am Eigenheim.
Ich bin mir bei den beiden ausquartierten Gänsegeier nie sicher wer wer ist, aber ich glaube, dass hier das Muttertier wütend Richtung Partner fauchte.
Trotzdem hüpfte sie wenige Minuten später aus dem Nest und überließ ihm das Ei.
Süßer Langhals!
Da ich nicht weiß, wann das Ei genau gelegt wurde (irgendwann zwischen dem 04.03. und 10.03.), bin ich mir nicht sicher, wann genau der Schlupftag ist. Mit heutigem Datum und 54 Tage Brutzeit müsste das Küken also spätestens am 04.05.2018 geschlüpft sein! Toi toi toi!!!
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