Sonntag, 15. Oktober 2017

Herbstlicher Spaziergang

Bei fast 25 °C und strahlender Sonne ging es nach drei verschleimt-verschnupften Tagen Bettruhe heute in den Zoo Duisburg, um die Gänsegeier und Marabus zu besuchen. Schon um 10 Uhr war Hochbetrieb, was für den Zoo im Herbst natürlich super ist.
Bei meiner Ankunft saßen beide Geier gemeinsam an ihrem bevorzugten Brutplatz. Während Mamageier im gleichen Moment weghüpfte, blieb Papageier noch etwas sitzen.
Kurz darauf lief er allerdings seiner Dame hinterher, die mittlerweile auf einen umgestürzten Baumstamm geklettert war.
Die alte Fasanerie ist mittlerweile komplett abgerissen und der Boden geebnet. Zum Glück war heute kein Baulärm und das Geiergehege wieder von zwei Seiten zu bewundern. Die dritte Seite ist nach wie vor wegen Umsiedlung eines Hornissenvolkes geschlossen.
Beim Sonnenbaden ist der ruinierte, teilamputierte Flügel von Mamageier gut zu erkennen. Der Duisburger Zoo beweist aber, dass auch flugunfähige Geier sich verpaaren und gesunde Küken aufziehen können. Ein Grund mehr um das Leben jedes verletzten Geiers zu kämpfen. Ich habe gehört, dass in Spanien teilweise bereits invalide Geier in Auffangstationen eingeschläfert werden müssen, weil die Stationen hoffnungslos überlaufen sind und man sich auf die Rettung von den Geiern konzentrieren muss, die vielleicht noch eine Chance auf Auswilderung hätten. Natürlich verständlich, aber sehr traurig. Ich wünschte es würde mehr Zoos geben, die invalide Geier aus Auffangstationen aufnehmen und ihnen eine Chance auf ein würdiges Leben geben!!! Wird auch nur ein gesundes Küken geboren und später in freier Natur ausgewildert, dann hat sich der Einsatz gelohnt!
Dieses süße Geierpärchen hat bereits mehrfach bewiesen, wie gut es trotz Behinderung mit der Kükenaufzucht klappt!
Das Laub im Zoo ist bereits in tollen Herbsttönen gefärbt, so dass sich ein ausgiebiger Spaziergang bestens gelohnt hat. Natürlich ging es zwei, drei weitere Male an den Geiern vorbei.
Marabus im Gegenlicht...
...und später von der anderen Seite.
Papageier und Mamageier beim Mittagsschlaf.
Nach einer weiteren Runde hatten sich die Geier ausgeruht und saßen gemütlich in der Sonne.
Papageier...
...und Mamageier.
Auf die Marabus genossen die Sonne und eine ausgiebige Gefiederpflege.
Was war eigentlich heute mit den Perlhühnern los? Ich weiß genau, dass ich ein ganzes Rudel bei meinem Eintreffen gesehen hatte, aber ich wüsste nicht, dass ich auch nur eines der Viecher gehört habe! Ob ich sie mit meinem Gelästere eingeschüchtert habe? Das täte mir fast schon wieder leid ;-)
Natürlich ging ich auch bei den ausquartierten Geier in ihrem schönen, umgebauten Gehege vorbei. Beide Geier hatten sich hohe Äste ihrer neuen Kletterbäume ausgesucht, von wo aus sie das Geschehen im Zoo überblicken konnten.
Nach dem Umbau der Voliere kommen die Geier wesentlich besser zur Geltung und präsentieren sich selbstbewusster.
Mittlerweile befürchte ich fast, dass die Bilder dieser beiden schöner werden als vom erfahrenen Brutpaar im großen Marabu-Gehege.
Portrait-Shooting.
Ich bin definitiv kein Freund von Echtpelz. Aber Geier dürfen ihre prächtige Halskrause natürlich tragen! ;-)
Sooo lang ist mein Hals!
Hehe, mit ausgefahrenem Hals sieht die Nahaufnahme gleich ganz anders aus.
Später wurde der Geier von der Sonne wie von einem Scheinwerfer angestrahlt. Ein wunderschönes Tier!
Auch sein Geierschatten ist nicht zu verachten.
Machts gut, Geier, bis zum nächsten Mal.
Während die Tierpfleger fleißig Laub harkten, hatte es sich dieses vorwitzige Geflügel auf einem Laubhaufen gemütlich gemacht.
Leider wurde er nach einer Weile doch noch weggejagt, damit das Laub eingesammelt werden konnte.
Bei so einem tollen Wetter und dem schönen, bunten Laub zeigt sich mal wieder, warum der Herbst meine Lieblingsjahreszeit ist!
P.S.: Ich habe vorhin zwei Blogartikel vom Besuch meiner Patengeier im Tierpark Nordhorn nachgetragen. Bitte einmal zum 01.10.2017 zurück klicken.

Freitag, 13. Oktober 2017

Gastbeitrag: My PJ tattoo

Here's my story behind the tattoo of PJ!
So about 2 years ago I was in university doing animal studies, I was still undergoing treatment after a surgery gone wrong! I reached out to Kerri at VulPro about going over to volunteer for a month in March/April and was over the moon when she said she had a space then for me to visit!!!
I booked everything immediately and I couldn't wait to go!! Unfortunately not long after I booked I had to go for another surgery. After 3 surgeries in less than a year I was left with Chronic Pain in my teeth and jaw that I couldn't get rid of. I'd had to leave my job, I was in and out of hospital and lived on pain relief to get through the day, I was really depressed and I didn't know what to do with myself.
By the time March had rolled around I felt utterly defeated. I still didn't have a job and I'd been on so many medications I couldn't even count them on both hands!
When I got to VulPro I was beyond excited to get up close to the vultures and meet more people who had the same passions as me!! Bettina showed me around and explained everything to me and I soon felt right at home!
The first time I met PJ we were cleaning out the water troughs and he was the first to come running up to the gate and wait for us! With his big brown eyes and crooked wing I instantly fell in love!! He was so curious and excited for us to get into the enclosure, not at all how I ever expected a vulture to be!
Over the next four weeks spending time with Kerri, Bettina, Obert, Notice and Charles I learnt so much about vultures that I hadn't known!
Going into the open enclosure and seeing PJ was always a highlight! Whether he was stealing my tools or destroying the nests or trying to nip at my shorts I just couldn't get enough of him! He was so playful and cute I could've have sat with him all day!!
I wanted to get a tattoo of PJ because during my time at VulPro I realised how important vultures were to the world and to me! PJ showed me that there is so much more to these magnificent birds than people realise! They're not Disney villains! They're adorable and loving and cheeky and important!
Meeting PJ and volunteering at VulPro changed my outlook on my life and gave me a new purpose; to tell as many people as I could about the plight of vultures! I feel honoured to be able to carry a piece of VulPro around with me for the rest of my life, and it's extra special because in spite of what has happened to him PJ is still the happiest and cheesiest vulture you will ever meet!
Thank you for giving me the chance to tell all that Bettina!!
Kind regards,
Chelsea
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Im März 2016 hatte ich in meinem Lieblingsgeierprojekt VulPro in Südafrika Waliserin Chelsea kennengelernt, die zum ersten Mal allein auf große Reise ging. Drei Wochen lang hatten wir uns ein Zimmer geteilt und obwohl wir sehr unterschiedlich sind mochte ich sie gleich vom ersten Moment an. Unvergesslich unsere allabendliche Jagd nach "fu*** flies", die zu Dutzenden unser Zimmer besiedelten und dreisterweise sogar auf unserer Haut rumgepimpert hatten... Wenn sowas mal nicht zusammenschweißt ;-) Nach anfänglichem Heimweh hatte Chelsea schnell die Arbeit bei VulPro und die Geier lieben gelernt und vor allem mit Kapgeier PJ Freundschaft geschlossen. Da Chelsea große, bunte Tattoos mag, von denen sie bereits eine beachtliche Anzahl vorweisen konnte, hatte sie mir schon damals vorgeschwärmt, dass sie gerne ein Geiertattoo von PJ hätte, wenn sie wieder zu Hause ist. Eineinhalb Jahre später erfüllt sie sich diesen Traum und war so nett ihre Story für meinen Blog zu schreiben.
Chelsea, PJ und ich